Ölpreise erholen sich nach jüngsten Verlusten
Die jüngsten Entwicklungen am Ölmarkt haben für Bewegung gesorgt: Die Preise für Rohöl sind am Dienstag gestiegen und damit der jüngsten Verlustserie entgegengetreten. Im Einzelnen kletterte der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im November auf 67,60 US-Dollar, was einen Anstieg um 1,03 Dollar im Vergleich zum Vortag markierte. Auch die US-Sorte WTI verzeichnete Zuwächse, ihr Preis stieg um 1,13 Dollar auf 63,41 US-Dollar.
Noch am Morgen standen die Notierungen unter leichtem Verkaufsdruck, drehten jedoch bis zum Nachmittag in eine positive Richtung. Vor diesem Aufschwung war der Preis von Brent vier Handelstage lang gesunken. Bemerkenswert ist die anhaltend enge Preisspanne, in der sich die Ölnotierungen seit Anfang August bewegen, schwankend zwischen 65 und 70 Dollar je Barrel. Die geopolitischen Spannungen, exemplarisch der russische Angriffskrieg in der Ukraine, üben dabei Druck in Richtung steigender Preise aus, während gleichzeitig eine gesteigerte Fördermenge der Opec+-Staaten auf die Notierungen lastet.
Zuletzt sind Bestrebungen für zusätzliche Sanktionen gegen Russland stärker in den Fokus gerückt. Der kanadische Premierminister Mark Carney drängt auf Kontakte mit westlichen Verbündeten, um rasch Sekundärsanktionen gegen Russland zu verhängen und damit den Druck auf den Kreml zu erhöhen. Rohstoffspezialist Carsten Fritsch von der Commerzbank bemerkt, dass insbesondere die EU-Sanktionen gegen die russische Schattenflotte ausgeweitet werden sollen. Allerdings sei es unwahrscheinlich, dass die EU, wie von US-Präsident Donald Trump verlangt, Sekundärzölle gegen China und Indien erhebt.

