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Oliver Blume: Konzern-Kapitän ohne Kompass?

18. Mai 2025, 20:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Er hat aufgeräumt, beruhigt, gestrichen. Doch der VW-Chef steht nun vor der Frage, auf die es wirklich ankommt: Was ist Blumes Plan für die Zukunft des Konzerns?

Der Feuerwehrmann

Wenn etwas brennt im Konzern, dann kommt Blume. Das war schon so, als er 2022 von Porsche an die Spitze des Mutterhauses VW wechselte – mitten im Chaos.

Die Software-Tochter Cariad am Boden, China schwächelnd, Streit mit der Belegschaft, überzogene Versprechen beim Elektro-Umbau. Blume wurde geholt, um zu reparieren. Das hat er getan. Gründlich.

Die Software wurde neu aufgestellt, der Ton mit der IG Metall versachlicht, China bekam mehr Entscheidungsfreiheit. Blume hat schnell gezeigt: Er kann Ordnung schaffen. Aber ist Ordnung schon eine Strategie?

Detailversessen, aber keine Richtung

Blume ist Ingenieur, Auto-Mann durch und durch. Einer, der sich noch selbst in Prototypen setzt, auf Abnahmefahrten geht, Spiegel checkt, Knöpfe drückt. Ein Mann fürs Produkt. Intern schätzen sie ihn genau dafür. Er hört zu, entscheidet ruhig, meist ohne Drama. Kein Twitter, keine Visionen vom Mars.

Aber vielleicht ist genau das das Problem.

Blume hat alle Hände voll zu tun, Probleme abzuarbeiten – doch wofür das Ganze? Während Tesla, BYD und Apple ihre Plattformen ausrollen, während Google die Autosprache neu erfindet, arbeitet VW weiter an seiner To-do-Liste. Die heißt dann „Zehn-Punkte-Plan“. Klingt solide. Ist es auch. Nur: Zukunftsstrategie klingt anders.

China als Weckruf

In keinem Markt ist der Rückstand spürbarer als in China. Früher Selbstläufer, heute Sorgenkind. Die neuen Elektroautos aus Fernost sind billiger, smarter, schneller. Volkswagen hat geschlafen. Und als der ID.3 dann endlich in China ankam, war er schon alt.

Zwei DAX-Konzerne, ein CEO: Während Porsche unter Margenverfall leidet, fehlt bei VW der strategische Aufbruch – Blume kann nicht überall sein.

Blume hat das erkannt. Die Lösung: eine neue Entwicklungsstruktur direkt vor Ort, chinesische Partner, eigene Plattformen. Volkswagen lernt gerade, wie man für China baut. Das ist richtig. Aber es ist auch späte Schadensbegrenzung.

Der sanfte Rückzug vom Elektro-Totalumbau

Was einst als großer Aufbruch angekündigt war – ein kompletter Umstieg auf Elektromobilität – wird unter Blume still zurückgefahren. Statt klarer Ziele: Flexibilität. Statt „nur noch E“, nun wieder auch Hybrid und Verbrenner. Sogar bei Porsche, wo man noch vor kurzem auf 80 Prozent Elektrifizierung pochte, wird das Ziel nicht mehr laut genannt.

Blumes Motto: lieber sicher als schnell. Verständlich in der Lage. Aber riskant. Denn wer immer nur auf Sicht fährt, wird überholt. Auch von jenen, die sich vielleicht mal verzocken – aber dabei wenigstens Tempo machen.

Zwei Jobs, ein Konzern zu viel

Blume führt nicht nur Volkswagen, sondern auch Porsche. Beides DAX-Konzerne, beide mit eigenen Herausforderungen. Porsche kämpft mit Gewinneinbrüchen, braucht neue Modelle, neue Kunden. VW kämpft mit Struktur, Marktanteilen und einer oft überforderten Marke. Blume macht beides. Noch.

Intern halten viele diese Doppelrolle für untragbar.

„Sie können diesen Konzern nicht als Halbtagsstelle führen“, sagt ein Manager.

Blume sagt, er höre auf, wenn die Doppelrolle keinen Mehrwert mehr biete. Die Frage ist: Wer entscheidet das – und wann?

Trotz ursprünglicher E-Offensive investiert VW unter Blume wieder verstärkt in Verbrennertechnologie – ausgerechnet bei Porsche.

Strukturreform oder Konzernromantik?

Auch bei der Frage, wie der Konzern künftig geführt wird, bleibt vieles vage. Analysten fordern eine Holding, die klar zwischen den Marken trennt. Fiat, Peugeot und andere haben es vorgemacht. Bei VW will man lieber eine „operative Holding“ – was immer das genau heißen soll.

Klar ist nur: Blume will mitreden. Über alles. Über jedes Modell, jede Plattform, jedes Design. Das ist beeindruckend – aber nicht effizient. In einer Welt, in der Geschwindigkeit zählt, kann Detailverliebtheit zur Schwäche werden.

Bühne frei für... irgendwen

Porsche sucht einen neuen CEO. Viele Namen kursieren, entschieden ist nichts. Blume will erst aufräumen, dann abgeben. Vielleicht im Herbst. Vielleicht auch später. Die Wahrheit ist: VW braucht ihn. Und Porsche auch. Noch. Aber nicht ewig.

Der Mann, der bleibt

Blume hat viel erreicht. Er hat den Ton verändert. Er hat Vertrauen geschaffen, bei Belegschaft und Aufsichtsrat. Er hat Baustellen geordnet. Doch irgendwann muss er liefern. Nicht in Form von Kostenkürzungen, sondern mit einer Idee. Mit einem Bild, wie Volkswagen 2035 aussieht. Welche Rolle spielt das Auto? Welche Daten? Welche Märkte?

Im Moment wirkt es, als wolle Blume den Tanker durch die nächste Krise bringen. Solide. Sicher. Unaufgeregt. Doch Volkswagen braucht mehr. Der Konzern braucht keinen Verwalter – er braucht einen Gestalter.

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 18.05.2025 · 20:00 Uhr
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