Offizieller Bericht zu tödlichen Schüssen in Minneapolis löst Kritik aus
Der vorläufige Untersuchungsbericht der Grenzschutzbehörde CBP zu den tödlichen Schüssen auf Alex Pretti in Minneapolis wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Sowohl die "New York Times" als auch CBS News berichten über diesen Vorfall, bei dem zwei Bundesbeamte ihre Waffen auf den US-Bürger Pretti abfeuerten. Doch ein bedeutender Aspekt bleibt unklar: Es gibt keine Hinweise darauf, dass Pretti nach einer Waffe gegriffen hat, obwohl die US-Regierung einen derartigen Eindruck erweckte.
Der Vorfall, der am Samstagmorgen auf Video festgehalten wurde, führte landesweit zu Protesten. Das Heimatschutzministerium veröffentlichte Fotos einer Waffe, die angeblich Pretti gehörte, und stellte den Vorfall als Notwehr dar. Laut Ministerin Kristi Noem war Pretti bewaffnet und daher eine akute Bedrohung. Doch auf den Videoaufnahmen zeigt sich ein anderes Bild, auf dem Pretti zum Zeitpunkt der Schüsse bereits entwaffnet war.
Der Bericht erklärt, dass die Beamten zunächst zwei Frauen mit Trillerpfeifen aufforderten, Platz zu machen. In dem darauffolgenden Gerangel sei mehrmals der Ruf erschallt, dass Pretti bewaffnet sei. In dieser Situation feuerten die Beamten auf ihn. Ob alle abgefeuerten Kugeln Pretti trafen, bleibt unklar.
Die Aufklärung des Falles ist in die Kritik geraten. Die Bundesbehörden verhinderten die Einbindung lokaler Ermittler, was der Bundesstaat Minnesota anprangerte. Kritiker werfen der US-Regierung unter Präsident Trump vor, Fakten selektiv darzustellen, was das Vertrauen in offizielle Berichte erschüttert hat.

