Offene Gesprächsbereitschaft: Wadephul signalisiert Gestaltungswillen ohne Zugeständnisse
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat sich im Rahmen des Ukraine-Forums "Cafe Kyiv" der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin zum Konflikt zwischen Russland und der Ukraine klar positioniert. Er betonte, dass die Dialogbereitschaft der Ukraine Vorrang habe, zeigte sich jedoch offen, selbst konstruktiv zur Lösung beizutragen. Wadephul stellte unmissverständlich klar, dass Deutschland nicht bereit sei, in Verhandlungen mit Moskau weitere Zugeständnisse zu machen.
In Bezug auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstrich Wadephul, dass Deutschland nicht in eine passive Rolle verfallen werde, sondern auf ein ernsthaftes Interesse seitens Russlands an einer friedlichen Lösung warte. Dabei wies er Vorschläge aus der SPD, proaktiv auf Russland zuzugehen, entschieden zurück. Es mangele nicht an Kommunikationskanälen, doch ohne Russlands Dialogbereitschaft seien diese nutzlos.
Ebenso richtete Wadephul einen deutlichen Appell nach Ungarn. Das kürzlich zurückliegende EU-Außenministertreffen in Brüssel wurde durch Ungarns Blockadehaltung bei der Verschärfung der Sanktionen gegen Russland überschattet. Wadephul forderte Budapest eindringlich auf, sowohl das Veto gegen das neue Sanktionspaket als auch gegen ein bedeutendes EU-Darlehen für die Ukraine aufzugeben. In diesem Rahmen beklagte er die Differenzen innerhalb der EU und kritisierte das Verhalten der ungarischen Regierung klar.

