Ölpreise rutschen zurück: Geopolitische Konflikte verlieren an Einfluss

Der Ölmarkt erlebt eine bemerkenswerte Nachlässigkeit gegenüber geopolitischen Spannungen, da die Preise am Freitag erneut gesunken sind. Die jüngste preisstützende Wirkung der Auseinandersetzungen zwischen den USA und Venezuela hat sich verflüchtigt, und die Ölpreise steuern damit auf ihren zweiten wöchentlichen Verlust in Folge zu. Im frühen Handel sank der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar um 9 Cent auf 59,73 US-Dollar. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Januar fiel um 16 Cent auf 55,99 US-Dollar. Insgesamt haben die Ölpreise in diesem Jahr bisher etwa ein Fünftel an Wert eingebüßt.
Ein wesentlicher Faktor, der den Ölmarkt derzeit umtreibt, ist die Angst vor einem strukturellen Überangebot. Laut Haris Khurshid, dem Chief Investment Officer von Karobaar Capital LP in Chicago, steht die Vorstellung, dass der Markt von einer Ölschwemme betroffen ist, im Vordergrund. Diese Einschätzung verdrängt geopolitische Ereignisse und Risiken, wie den Ukrainekrieg oder die Situation in Venezuela, auf die hinteren Plätze der Marktwahrnehmung.

