Ölpreise im Aufwind: Geopolitische Spannungen treiben Märkte an
Die Ölpreise haben ihren Höhenflug fortgesetzt und am Mittwoch den höchsten Stand seit vier Monaten erreicht. Nach einem kräftigen Anstieg am Vortag kletterten die Notierungen weiter nach oben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März wurde zu einem Preis von 68,41 US-Dollar gehandelt, was einem Anstieg von 84 Cent gegenüber dem Vortag entspricht. Der Preis für amerikanisches WTI-Öl stieg um 97 Cent und notierte bei 63,36 Dollar.
Der Fokus der Anleger bleibt auf die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten gerichtet. Besonders die Entwicklungen im Opec-Mitglied Iran sorgen für Verunsicherung an den Märkten, da die USA ihre militärische Präsenz in der Region erhöhen. Präsident Donald Trump hat bekanntgegeben, dass eine weitere Kriegsflotte in Richtung Iran unterwegs ist, was die Unsicherheit zusätzlich anheizt.
Bereits am Dienstag zeigte sich ein deutlicher Anstieg der Ölpreise um etwa zwei Dollar je Barrel, und zur Wochenmitte bauten die Notierungen für Brent- und US-Öl ihre Gewinne aus. Dies markiert den höchsten Stand seit Ende September des Vorjahres.
Unklar bleibt jedoch, wie die USA konkret ihre Militärstärke im Persischen Golf ausweiten wollen. Das zuständige Regionalkommando des US-Militärs, Centcom, hat eine mehrtägige Luftwaffenübung im Nahen Osten angekündigt. Trump hat ein militärisches Eingreifen wegen der jüngsten Unruhen im Iran, bei denen Tausende Demonstranten getötet wurden, nicht ausgeschlossen.
Rohstoffexperten der Bank Standard Chartered beobachten eine veränderte Stimmung am Ölmarkt. Die früher dominierenden Ängste vor einem Überangebot durch erhöhte Fördermengen des Opec+ Bündnisses treten zunehmend in den Hintergrund. Nach den Angebotssorgen der zweiten Jahreshälfte 2025 erwarten die Analysten künftig stärkere Preisschwankungen.

