Ölpreise im Aufwind: Geopolitische Spannungen als Triebkraft

Die Ölpreise haben zur Wochenmitte eine leichte Aufwärtstendenz gezeigt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April notierte bei 71,10 US-Dollar, was einem Anstieg von 33 Cent im Vergleich zum Vortag entspricht. Auch das US-Öl West Texas Intermediate (WTI) legte um 34 Cent zu, auf 65,97 Dollar. Aktuell bewegen sich die Ölpreise in der Nähe der 70-Dollar-Marke und behaupten damit die kräftigen Zuwächse der Vorwoche.
Die angespannte Lage zwischen dem Iran und den USA bleibt ein entscheidender Faktor für die Märkte. US-Präsident Donald Trump erklärte in seiner Rede zur Lage der Nation, der Iran verfolge Pläne zur Wiederaufnahme seines Atomprogramms, was Spekulationen über ein mögliches militärisches Eingreifen der USA befeuerte. Die Unsicherheiten seit Beginn des Jahres haben der Preisentwicklung Auftrieb gegeben.
Am Donnerstag planen die Vereinigten Staaten laut US-Regierungskreisen Verhandlungen mit dem Iran in Genf. Eine Einigung könnte zu einer Ausweitung der iranischen Öl-Exporte führen, wodurch sich das weltweite Angebot erhöhen und die Preise sinken könnten. Zugleich birgt die Situation jedoch das Risiko einer Eskalation.
Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank, unterstreicht die Bedeutung der Straße von Hormus: "Das weitaus größte Risiko eines US-Angriffs auf den Iran liegt aber in einer möglichen Blockade des Seeweges." Eine Sperrung dieser bedeutenden Durchfahrt könnte den internationalen Ölfluss empfindlich stören, da hier etwa ein Viertel der globalen seewärtigen Öltransporte abgewickelt werden.

