Oberster Gerichtshof prüft Trumps Zollpolitik: Ein Notstandsgesetz auf dem Prüfstand
Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten wird sich im November mit der umstrittenen Zollpolitik von Ex-Präsident Donald Trump befassen. Ein Dokument des Supreme Courts bestätigt, dass eine Anhörung zu dieser Thematik bevorsteht. Trumps Regierung hatte zuletzt eine rechtliche Überprüfung der Zölle beantragt, deren Grundlage ein Notstandsgesetz bildet, das von zahlreichen Bundesstaaten in Frage gestellt wird.
Hintergrund dieser Entwicklung ist eine Niederlage, die Trump kürzlich vor einem Berufungsgericht einstecken musste. Dieses hatte entschieden, dass Trump nicht das Recht habe, basierend auf dem besagten Notstandsgesetz umfassende Zölle auf Importwaren zu verhängen. Diese Entscheidung war jedoch bis Mitte Oktober ausgesetzt, um dem Präsidenten Zeit für eine Anfechtung zu geben. Die von Trump eingeführten Zölle, die seit April spezifische Länder betreffen, und ihre Auswirkungen auf seitdem veränderte Zollsätze, stehen nun auf dem Prüfstand.
Ein besonders relevantes Beispiel ist der im August eingeführte 15-prozentige Zollsatz auf EU-Produkte. Der zentrale Fokus des Rechtsstreits liegt daher auf der Frage, wie bestehende Handelsabkommen der USA beeinflusst werden könnten. Mehrere Handelspartner, darunter die Europäische Union, haben bereits Zollvereinbarungen unter dem Notstandsgesetz akzeptiert, die zugunsten der USA angepasst wurden. Im Falle einer gerichtlichen Ablehnung der Zollbefugnisse befürchtet die US-Regierung erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen.
Trumps Entscheidung stützt sich auf ein Gesetz von 1977, welches es dem Präsidenten erlaubt, in Krisensituationen direkt einzugreifen, ohne den Kongress zu konsultieren. Dennoch argumentierte das Berufungsgericht, dass Zölle in die Zuständigkeit des Parlaments fallen. Diese Einschätzung sendet ein klares Zeichen an Trumps Handelspolitik und setzt seiner juristischen Strategie erhebliche Grenzen.

