Oberlandesgericht Hamm: Entscheidung im Klimaprozess gegen RWE erwartet
Das Oberlandesgericht Hamm bereitet sich darauf vor, in einem bemerkenswerten Klimaprozess seine Entscheidung zu verkünden. Im Mittelpunkt des seit 2015 andauernden Rechtsstreits steht der peruanische Landwirt und Bergführer Saúl Luciano Lliuya, der den deutschen Energiekonzern RWE zur Verantwortung ziehen möchte.
Lliuya fordert, dass RWE sich an den Kosten für essentielle Schutzmaßnahmen beteiligt, um der drohenden Gefahr einer Flutwelle des Gletschersees Palcacocha vorzubeugen. Eine solche Flut könnte im Zuge der Erderwärmung und möglicher Gletscherab- oder Felsstürze große Zerstörungen anrichten und das Hab und Gut Liuya in der Stadt Huaraz gefährden.
Der Kern der Klage dreht sich um die angebliche Mitverantwortung von RWE an klimabedingten Risiken, resultierend aus den Emissionen des weltweit agierenden Kraftwerksparks des Unternehmens. Unterstützt wird der Kläger von der Stiftung Zukunftsfähigkeit sowie der Umweltorganisation Germanwatch, die beide auf das potenzielle Präzedenzurteil mit Spannung blicken.
RWE hingegen lehnt die Ansprüche vehement ab und bezeichnet die Klage als juristisch unhaltbar. Die Entscheidung des Gerichts könnte weitreichende Implikationen für künftige Klimaklagen haben und wird deshalb sowohl von Umweltschützern als auch von der Industrie mit großem Interesse erwartet.

