Nvidia setzt auf KI: Milliardeninvestition für OpenAI-Kooperation
Nvidia setzt auf künstliche Intelligenz und plant, bis zu 100 Milliarden US-Dollar in den Ausbau von OpenAIs Rechenkapazität zu investieren. Es handelt sich dabei um das vermutlich größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der KI. Der Chiphersteller hat einen Absichtserklärung mit OpenAI unterzeichnet, die Installation von mindestens 10 Gigawatt Nvidia-betriebener KI-Systeme vorsieht. Zum Vergleich: Ein Gigawatt entspricht einer Milliarde Watt Leistung - genug, um Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.
Der Finanzierungsplan sieht eine schrittweise Bereitstellung der Mittel vor. Die ersten 10 Milliarden Dollar sollen bei Vertragsunterzeichnung fließen, wie aus einem Bloomberg-Bericht hervorgeht. Nvidia wird im Rahmen der Vereinbarung Eigenkapital von OpenAI erhalten. Nach Bekanntwerden der Partnerschaft stieg der Aktienkurs von Nvidia um 4% von 177,50 auf 184,16 US-Dollar.
In einem Interview mit CNBC bezeichnete Nvidia-CEO Jensen Huang die Vereinbarung als nächsten großen Sprung für die künstliche Intelligenz. „Der Bedarf an Rechenleistung wächst exponentiell“, sagte er. „Diese Partnerschaft schafft eine Infrastruktur, um KI aus den Laboren in die Welt zu bringen. Es ist die Ankunft der KI-industriellen Revolution.“
Die Umsetzung sieht riesige neue Datenzentren mit Millionen von GPUs vor, darunter die kommende Vera Rubin-Plattform für das Training und den Betrieb von Modellen der nächsten Generation. Die erste Gigawatt-Kapazität soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 online gehen, während Nvidia seine Investition weiter ausbaut.
Zum Abschluss der Vereinbarung kamen auch OpenAI-CEO Sam Altman und OpenAI-Präsident Greg Brockman hinzu. Altman erklärte, dass das Abkommen mit Nvidia die im Rahmen des Stargate-Projekts von Präsident Donald Trump im Januar angekündigten Ziele erweitern werde. „Dies ist der Treibstoff, den wir benötigen, um Verbesserungen voranzutreiben – bessere Modelle zu bauen und Umsätze zu generieren“, sagte Altman.
Die Installation von 10 Gigawatt Rechenleistung ist jedoch kein einfaches Unterfangen. Laut der Energieberatung 174 Power Global kann allein die Kühlung fast 40% des Stromverbrauchs eines Rechenzentrums ausmachen. Auch die Umweltbelastung steigt: Deloitte prognostiziert, dass Rechenzentren 2025 etwa 2% des weltweiten Stromverbrauchs ausmachen werden, wobei die Nachfrage von energieintensiver KI bis 2030 auf über 1.000 Terawattstunden steigen könnte. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen hat vor einem steigenden Wasserverbrauch zur Kühlung gewarnt, während das Institut für Umwelt- und Energiepolitik darauf hingewiesen hat, dass Rechenzentren bereits die Stromnetze belasten.

