Nvidia entfacht KI-Investitionsfeuer: Deutsche Halbleiterbranche in Aufbruchsstimmung
Mit einer eindrucksvollen Investitionsankündigung hat Nvidia den deutschen Halbleitersektor aufgerüttelt und für positive Stimmung gesorgt. Der US-amerikanische Chip-Riese plant, bis zu 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI, dem Entwickler des prominenten Chatbots ChatGPT, zu investieren. Die Nachricht weckt Hoffnung auf eine gesteigerte Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz, wie ein Börsenhändler enthüllte.
In Deutschland verzeichnete Infineon im Dax ein beachtliches Plus von 2,5 Prozent. Die Aktien des Münchener Chipkonzerns überstiegen die wichtige 200-Tage-Linie, ein Indikator für einen positiven Langzeittrend. Nach einem Rückgang auf ein Tief seit Mai konnte Infineon nun wieder aufholen und sich um rund zehn Prozent erholen.
Im MDax rückte Aixtron als gefragter Favorit der Investoren mit einem Kursanstieg von 4,1 Prozent in den Fokus. Im SDax hingegen erlebten Suss Microtec, Elmos und Siltronic als entscheidende Akteure den stärksten Anstieg. Nvidia selbst erlebte bereits am Vortag ein Rekordhoch von 184,55 Dollar, nachdem die Aktie ihren Wert in den letzten drei Jahren etwa fünfzehnfacht hatte.
Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets prognostiziert einen beschleunigten Einsatz von KI in der Geschäftswelt durch noch leistungsfähigere Rechenzentren von Nvidia. Stimmen, die vor überhöhten Bewertungen warnten, treten dadurch zunehmend in den Hintergrund. Auch eine von Analyst Stacy Rasgon geäußerte Skepsis über mögliche Selbstzwecke der Nvidia-Investitionen könnte durch die breite Branchenbelebung ausgeglichen werden.
Ein globales technisches Ringen um die KI-Vorherrschaft zeichne sich ab, beobachtet Marktanalyst Andreas Lipkow. Er sieht auch europäische Tech-Konzerne wie Infineon, SAP und ASML durch indirekte Effekte profitieren. So stiegen die Aktien von ASML um 0,8 Prozent und SAP legte, trotz laufender Korrektur, um 0,7 Prozent zu. Die von CMC Markets analysierten Chancen des Softwarekonzerns zeigen bei fortschreitender Stabilisierung einen potenziellen Einfluss auf den Gesamtmarkt.
ASM International hingegen sorgte für einen Moment der Ernüchterung mit einer gesenkten Prognose, was einen Rückgang der Aktie um 1,1 Prozent zur Folge hatte. UBS-Analyst Francois-Xavier Bouvignies sieht die Aussichten des Unternehmens trotz der Anpassung jedoch weiterhin optimistisch und führt den Ausblick auf Währungseffekte zurück.

