Nvidia beflügelt die Frankfurter Börse: Erholung und Optimismus
Die Veröffentlichung beeindruckender Geschäftszahlen des KI-Giganten Nvidia sorgte an der Frankfurter Börse für frischen Rückenwind. Trotz eines ebenfalls veröffentlichten, überraschend starken US-Arbeitsmarktberichts für September blieben dessen Auswirkungen auf die Märkte gering. Der Dax, der in den letzten Tagen einen Rückgang von über fünf Prozent verzeichnete, zeigte am Nachmittag eine deutliche Erholung. Mit einem Plus von 1,2 Prozent stieg er auf 23.434 Punkte, gestützt durch die positive Marktstimmung aus den USA. Auch der EuroStoxx-Index verzeichnete ein Plus von 1,1 Prozent. Der MDax hingegen konnte dem positiven Trend nicht folgen und lag zuletzt leicht mit 0,26 Prozent im Minus.
Die Sorge einer möglichen 'KI-Blase' wurde durch Nvidias Wachstumszahlen gedämpft, was wiederum das Interesse in KI-bezogene Titel wie Infineon verstärkte, die um 1,6 Prozent zulegten. Aktien von Unternehmen wie Hochtief, die am Bau von KI-Rechenzentren beteiligt sind, profitierten ebenfalls, wobei Hochtief im MDax deutlich um 4,1 Prozent zulegte. Siemens Energy erreichte sogar ein Rekordhoch, beflügelt durch ein Aktienrückkaufprogramm. In den letzten Tagen hatten Sorgen über kommende Zinssenkungen der US-Notenbank die Märkte belastet. Analysten der Landesbank Helaba sehen in den robusten Beschäftigungszahlen der USA jedoch eine Bremse für rasche Zinssenkungserwartungen. Der Jobbericht für Oktober wird nach der Entscheidung der Fed im Dezember erwartet.
Im Rüstungssektor erholten sich die Rheinmetall-Aktien um 4,2 Prozent, nachdem Berichte über einen Friedensplan für die Ukraine am Vortag für Kursverluste gesorgt hatten. Diese Korrektur stellte sich für Analysten als übertrieben dar, was eine gute Gelegenheit zum Einstieg bot. Im Gegensatz dazu verzeichnete Renk einen Rückgang von fast vier Prozent, ausgelöst durch eine nur marginale Prognoseanpassung für das operative Ergebnis. Im SDax konnten Mutares um 2,5 Prozent zulegen, nachdem die Beteiligungsgesellschaft verbliebene Anteile erfolgreich veräußerte. Die Aktien des Leasinganbieters Grenke stiegen nach einer positiven Kaufempfehlung der Berenberg Bank um sieben Prozent, womit sie von ihrem Tiefstand seit Mai deutlich zurückkamen.

