Novartis trotzt drohenden US-Zöllen mit strategischer Vorratsplanung
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat seine Vorräte in den USA erheblich aufgestockt, um möglichen Zollbelastungen seitens der USA gelassen entgegenzusehen. Laut CEO Vas Narasimhan ist das Unternehmen darauf vorbereitet, bis mindestens Mitte 2026 lieferfähig zu bleiben – selbst wenn die derzeit noch ausgenommenen Arzneimittel von neuen Importzöllen betroffen sein sollten.
Momentan sind pharmazeutische Produkte von den 39-prozentigen Zöllen ausgenommen, die Washington im letzten Monat gegenüber der Schweiz verhängt hat. Doch die Branche beobachtet gespannt den Abschluss einer Untersuchung, die neue sektorale Importauflagen nach sich ziehen könnte.
Im Juli schloss die USA zudem ein Handelsabkommen mit der Europäischen Union, das eine 15-prozentige Abgabe auf Pharmazeutika vorsieht, wobei generische Medikamente zumeist verschont bleiben.
Parallel dazu hat Novartis 23 Milliarden Dollar für mittelfristige Investitionen in den USA angekündigt. Ziel sei es, die wichtigsten Produkte für den amerikanischen Markt lokal zu produzieren. Bis dies vollumfänglich umgesetzt sei, könnte es jedoch drei bis vier Jahre dauern, betonte Narasimhan. Man strebe an, innerhalb der nächsten zwei Jahre flexible Veränderungen vorzunehmen, wie etwa die Endabfüllung und Verpackung vermehrt in den USA durchzuführen.
Die mögliche Einführung von Zöllen von bis zu 250 Prozent, welche infolge der von Washington angestoßenen Section 232-Untersuchung im Pharmasektor drohen, sei schwer abzuschätzen. Man arbeite an unterschiedlichen Szenarien, in der Hoffnung, dass die Regierung den langfristigen Zeitbedarf für Produktionsausweitungen anerkennen wird. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse bleibt weiterhin unklar.

