Northvolt lädt erneut zur Besichtigung in Skellefteå ein – Finanzkrise bleibt im Fokus
Der schwedische Batteriehersteller Northvolt hat Schleswig-Holsteins Landesregierung abermals zu einer Besichtigung seiner Batteriezellfabrik im schwedischen Skellefteå eingeladen. Ziel dieser Einladung ist es, den erhöhten Informationsbedarf der Landespolitik zu decken, der durch die industriepolitische Bedeutung eines europäischen Batteriezell-Ausbaus entsteht, wie eine Unternehmenssprecherin betonte. Bereits im Sommer 2024 wurden die Abgeordneten dazu ermuntert, die Fertigungsstätten in Augenschein zu nehmen, doch bislang hat noch kein Mitglied der schleswig-holsteinischen Landesregierung den Weg nach Schweden angetreten.
Das beeindruckende Werk von Northvolt, das eine Kapazität zur Produktion von Batteriezellen für bis zu einer Million Elektrofahrzeuge pro Jahr in Heide anstrebt, steht jedoch unter dem Schatten finanzieller Schwierigkeiten. Das Unternehmen hat im November in den Vereinigten Staaten Gläubigerschutz beantragt, was erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Damit stehen insbesondere der Bund und das Land Schleswig-Holstein vor einem finanziellen Risiko, da Northvolt insgesamt 600 Millionen Euro von der staatlichen Förderbank KfW erhalten hat, wobei die Bürgschaft jeweils zur Hälfte von Bund und Land getragen wird.
Vor dem Hintergrund dieser finanziellen Turbulenzen hat Northvolt im September die Entlassung von rund 1.600 Arbeitskräften in Schweden angekündigt. Diese Maßnahme gilt jedoch nicht für das im Bau befindliche Werk in Heide. Diese Entwicklungen werfen lange Schatten auf die deutsch-schwedische Industriezusammenarbeit und lösen sicherlich auf politischer Ebene Sorge und Handlungsbedarf aus.

