Nordzucker: Operativer Verlust trotz hoher Rübenernte

Operativer Verlust trotz guter Ernte
Der Zuckerproduzent Nordzucker hat im Geschäftsjahr 2025/26 einen operativen Verlust vor Zinsen und Steuern von 226 Millionen Euro verzeichnet. Dies steht im krassen Gegensatz zum Vorjahr, in dem noch ein Gewinn von 100 Millionen Euro erzielt wurde. Die Ursache für diese negative Entwicklung sind die anhaltend niedrigen Zuckerpreise sowohl in Europa als auch weltweit.
Lars Gorissen, Vorstandschef von Nordzucker, äußerte sich zur aktuellen Marktlage: "Die Zuckerbranche ist aktuell von einer extrem herausfordernden Marktlage betroffen." Er verwies auf die zwei hohen Ernten in Folge, die zu einem Überangebot geführt haben, welches die Preise stark unter Druck setzt. Zudem wird ein Rückgang des Zuckerkonsums festgestellt, was die Situation zusätzlich verschärft.
Umsatzrückgang und Jahresfehlbetrag
Die niedrigen Zuckerpreise haben auch direkte Auswirkungen auf den Umsatz des Unternehmens: Dieser sank im Geschäftsjahr 2025/26 von 2,77 Milliarden Euro auf 2,34 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern zeigt einen Jahresfehlbetrag von fast 172 Millionen Euro, während im Vorjahr noch ein Überschuss von über 84 Millionen Euro erzielt wurde. Die negative Entwicklung fiel sogar größer aus als von Nordzucker zunächst befürchtet; im Januar war noch von einem operativen Minus im hohen zweistelligen Millionenbereich die Rede.
Ein erheblicher Teil des Verlusts – etwa 160 Millionen Euro – wird auf Sondereffekte zurückgeführt. Das Unternehmen bezeichnete das Ergebnis als "historisch niedrig" und sieht sich mit einem herausfordernden Umfeld konfrontiert.
Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27, das am 1. März begonnen hat, rechnet Nordzucker erneut mit roten Zahlen, plant jedoch, dass der operative Verlust geringer ausfallen wird als im Vorjahr. Die Prognose sieht ein Minus im mittleren zweistelligen Millionenbereich vor. Eine Rückkehr in die Gewinnzone wird erst im Geschäftsjahr 2027/28 angestrebt, wo ein positives operatives Ergebnis angestrebt wird.
Um die Marktsituation zu verbessern, hat Nordzucker die Anbaufläche reduziert, was darauf abzielt, die Balance zwischen Angebot und Nachfrage zu optimieren. Das Unternehmen ist optimistisch, dass sich mit dem neuen Anbaujahr eine schrittweise Erholung des Preisniveaus einstellen könnte.
Zusätzlich setzt Nordzucker auf Kostensenkungsmaßnahmen, die bereits erste positive Auswirkungen zeigen. Dennoch konnten die negativen Markteffekte im Berichtsjahr nicht vollständig ausgeglichen werden, wie Finanzvorstand Alexander Bott anmerkt.
Nordzucker beschäftigt an 19 Standorten in Europa und Australien rund 4.000 Mitarbeiter. Die deutschen Betriebe befinden sich in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, was die regionale Verankerung des Unternehmens unterstreicht und dessen Bedeutung für den Standort hervorhebt.

