Nord- und Ostsee: Gesetzentwurf für verstärkten Schutz der Meeresgebiete sorgt für Diskussionen
Das Bundesumweltministerium hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Förderung von Öl und Gas in den sechs Meeresschutzgebieten der Nord- und Ostsee untersagen soll. Diese Schutzmaßnahmen kommen als Reaktion auf den als schlecht eingestuften Erhaltungs- und Umweltzustand der entsprechenden Gewässer. Der Entwurf wurde bereits vom Kabinett abgesegnet, muss jedoch noch vom Bundestag verabschiedet werden.
In Deutschland existieren sechs Schutzgebiete in der Ausschließlichen Wirtschaftszone mit rund 10.000 Quadratkilometern Fläche, die nahezu westlich von Sylt und in der Pommerschen Bucht liegen. Hier bestehen bereits Einschränkungen für die kommerzielle Fischerei. Der vorgeschlagene Gesetzestext möchte die Rohstoffgewinnung in diesen Zonen auf den Sand- und Kiesabbau beschränken. Erdöl- und Erdgasförderung soll nur noch in besonderen Ausnahmefällen erlaubt sein.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt das Vorhaben, kritisiert jedoch dessen Unzulänglichkeiten. Greenpeace-Expertin Daniela von Schaper betont die Notwendigkeit echter Rückzugsräume für Meeresbewohner wie Schweinswale und Seevögel. Sie prangert an, dass die verbesserte Schutzwirkung durch fortgeführte Baggerschiffe und Bauarbeiten untergraben werde.
Während die geplante Gasförderung des niederländischen Unternehmens One-Dyas nordwestlich von Borkum nicht unmittelbar von der neuen Regelung betroffen wäre, könnten andere nahegelegene Gasfelder potenziell in den Geltungsbereich des Verbots fallen, informiert das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie.

