Anschläge auf Gaspipelines

Nord-Stream-Verdächtiger an Deutschland ausgeliefert

27. November 2025, 16:13 Uhr · Quelle: dpa
Überstellung Verdächtigter zu Nord-Stream-Gasleitungen
Foto: Uli Deck/dpa
Die Bundesanwaltschaft wirft ihm verfassungsfeindliche Sabotage vor.
Nach monatelanger Haft in Italien ist der Ukrainer Serhij K. nun in Deutschland. Er wird demnächst dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Ferrara/Karlsruhe (dpa) - Nach mehr als drei Monaten Untersuchungshaft hat Italien den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge auf die Nord-Stream-Gasleitungen 2022 in der Ostsee an Deutschland ausgeliefert. Der 49 Jahre alte Ukrainer wurde von den italienischen Behörden der deutschen Polizei überstellt. Das bestätigte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Die Anschläge hatten vor drei Jahren weltweit Schlagzeilen gemacht.

Der Ukrainer Serhij K. verbrachte die meiste Zeit seiner Untersuchungshaft in einem Hochsicherheitsgefängnis in Ferrara im Norden Italiens. Mit Beschwerden vor der italienischen Justiz versuchte er mehrfach, seine Auslieferung zu verhindern. Zwischenzeitlich war er auch im Hungerstreik. Vergangene Woche gab Italiens oberstes Gericht jedoch die endgültige Erlaubnis.

Haftvorführung am Freitag

Der Verdächtige wurde mit einem Hubschrauber in Begleitung deutscher Beamter nach Deutschland gebracht. Nach der Landung in Karlsruhe wurde er von schwer bewaffneten Einsatzkräften vom Hubschrauber zu einem Auto geführt. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft soll er an diesem Freitag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt werden, der ihm voraussichtlich den Haftbefehl eröffnen wird. 

Dem Ukrainer soll dann auch in Deutschland der Prozess gemacht werden. Im Gespräch soll das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg sein. Zunächst müsste die Bundesanwaltschaft dafür aber eine Anklage erheben und das Gericht müsste diese annehmen. Wann es so weit sein könnte, ist unklar.

Verhaftung im Sommerurlaub mit der Familie

Für die Anschläge auf das frühere deutsch-russische Prestigeprojekt wurde bislang niemand zur Rechenschaft gezogen. Mit Ausnahme von K. sind alle möglichen Beteiligten auf freiem Fuß. Der Ukrainer wurde im August an der italienischen Adria-Küste gefasst, wo er mit seiner Familie den Sommerurlaub verbrachte. Offensichtlich hatte er nicht damit gerechnet, dass er dort verhaftet werden könnte. Zuvor soll er schon mehrfach in andere europäische Länder gereist sein, ohne dass ihm etwas geschah.

Die Bundesanwaltschaft wirft K. das gemeinschaftliche Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und verfassungsfeindliche Sabotage vor. Er soll ein Team aus sieben Verdächtigen koordiniert haben, das im September 2022 Sprengsätze an den Gaspipelines in der Ostsee platzierte. Mehrere Sprengungen beschädigten die beiden Pipelines so sehr, dass kein Gas mehr durchgeleitet werden konnte. Russland hatte wenige Monate zuvor seinen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine begonnen.

Polen lehnte Auslieferung von weiterem Verdächtigen ab

Nach Überzeugung der Ermittler sollen zu dem Siebener-Team auch vier Taucher gehört haben. Für die Anschläge soll die Truppe eine Segeljacht namens «Andromeda» angemietet haben, die sie von Rostock hinaus auf die Ostsee brachte. Ein mutmaßlich beteiligter Taucher saß zeitweise in Polen in U-Haft. Dort lehnte die Justiz eine Auslieferung an Deutschland jedoch ab. Inzwischen ist der Mann - ebenfalls Ukrainer - wieder frei.

Justiz / Kriminalität / Energie / Italien / Ukraine / Russland / Deutschland / Dänemark / Mecklenburg-Vorpommern
27.11.2025 · 16:13 Uhr
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