Nigerias Vizepräsident kritisiert Kemi Badenoch: Eine Kontroverse um Identität und Nation
In einer bemerkenswerten Rede über Migration hat der nigerianische Vizepräsident Kashim Shettima deutliche Worte gegen die britische Tory-Vorsitzende Kemi Badenoch gerichtet. Er äußerte sich kritisch zu Badenochs Kommentaren über Nigeria, einem Land, in dem sie den Großteil ihrer Kindheit verbrachte.
Shettima hob hervor, dass Badenoch, obwohl frei, ihren nigerianischen Vornamen ändern könnte, dennoch zur größten schwarzen Nation auf der Erde, Nigeria, gehöre. Diese Bemerkungen stehen im Kontrast zu der üblichen Praxis, dass nigerianische Regierungsvertreter Mitglieder der Diaspora loben.
Erst kürzlich hatte Präsident Bola Tinubu die Wiederwahl von Ngozi Okonjo-Iweala zur Leiterin der Welthandelsorganisation gefeiert. Ein hochrangiger Berater des Präsidenten verdeutlichte gegenüber der Financial Times, dass viele Nigerianer mit der negativen Darstellung ihres Landes durch Badenoch unzufrieden seien.
Badenoch, die in London geboren und bis zu ihrem 16. Lebensjahr in Nigeria aufgewachsen ist, hatte Nigeria mehrfach für Korruption und Regierungsversagen kritisiert und die Schwierigkeiten des Sozialismus aufgezeigt. Siettima zog einen Vergleich zu Rishi Sunak, dem ehemaligen Premierminister Großbritanniens indischer Abstammung, und bemerkte, dass Sunak niemals seine Herkunft verunglimpft habe.
Vor diesem Hintergrund wirken Shettimas Äußerungen besonders scharf. Badenoch selbst wurde um einen Kommentar gebeten, bleibt jedoch bislang ohne Antwort.
Diese Auseinandersetzung ist die jüngste von nigerianischen Regierungsbeamten gegen Badenoch. Laut der Leiterin der nigerianischen Diasporakommission, Abike Dabiri-Erewa, blieb die britische Politikerin bislang auf Kontaktversuche unbeeindruckt.
Dabiri-Erewa erklärte kürzlich, dass es vollkommen freiwillig sei, die eigene nigerianische Identität anzuerkennen und zu fördern.

