Niedersachsens Energieminister fordert Neuausrichtung der Netzentgelt-Finanzierung
Niedersachsens Energieminister Christian Meyer plädiert für eine grundlegende Änderung der Finanzierung des Stromnetzausbaus, die nicht länger die Verbraucher belasten soll. Stattdessen schlägt der Grünen-Politiker vor, dass die Finanzierung zukünftig durch den Bundeshaushalt erfolgt, ähnlich wie bei der öffentlichen Infrastruktur für Straßen und Schienen.
Die Netzentgelte machen aktuell etwa ein Viertel des Strompreises aus, und Meyer erhofft sich durch den neuen Ansatz eine deutliche Reduzierung der Stromkosten. Besonders begrüßt Meyer die Diskussion, die von der Bundesnetzagentur über eine Reform der Netzentgelte angestoßen wurde.
Er sieht darin die Möglichkeit, die Vorteile der Energiewende in Form günstigerer Strompreise an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Laut Meyer stammen die bestehenden Regelungen noch aus der Ära der konventionellen Großkraftwerke, und eine Anpassung an ein System, das auf erneuerbaren Energien basiert, könne wirtschaftliche Vorteile besser nutzbar machen.
Darüber hinaus zeigt sich Meyer offen für das Konzept einer Einspeisegebühr für Stromproduzenten. Dabei betont er, dass dies vorerst nicht bei den Erneuerbaren Energien, sondern bei konventionellen Kraftwerken getestet werden sollte, um faire Netzwerkkosten zu fördern.
Zudem setzt sich Meyer für regionale Unterschiede bei den Netzentgelten ein. Dies könnte den Umstieg auf Technologien wie Wärmepumpen und Elektroautos besonders in Regionen mit hohem Anteil an Erneuerbaren Energien attraktiver machen und gleichzeitig das Netz entlasten.

