Neues Rechenzentrum auf dem Gutenberg-Campus eröffnet
Neubau beherbergt gesamte IT-Infrastruktur der Johannes Gutenberg-Universität Mainz / Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit als zentrale Aspekte der Konzeption des Rechenzentrums

25. August 2025, 16:24 Uhr · Quelle: Pressebox
Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat ihr neues Rechenzentrum eröffnet und verbessert damit die IT-Infrastruktur für Spitzenforschung. Es integriert nachhaltige Technologien für höchste Effizienz und Sicherheit.

Wallmenroth, 25.08.2025 (PresseBox) - Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat ein wichtiges Ziel erreicht: Nach zweijähriger intensiver Bauzeit ist das neue Rechenzentrum auf dem Campus betriebsbereit. Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen, Wissenschaftsminister Clemens Hoch und JGU-Präsident Prof. Dr. Georg Krausch eröffneten heute mit vielen Gästen aus Politik, IT und Wissenschaft das neue Gebäude. Der Neubau ist von entscheidender Bedeutung, denn das Rechenzentrum beherbergt sowohl die universitäre IT-Infrastruktur, die für den akademischen Betrieb und administrative Aufgaben erforderlich ist, als auch die Systeme für das Nationale Hochleistungsrechnen (NHR). Um die Spitzenforschung und den akademischen Betrieb optimal zu unterstützen, legte die JGU bei der Planung und Umsetzung besonderen Wert auf Sicherheit, Verfügbarkeit und die optimierte Performance der Systeme.

"Das neue Rechenzentrum ist ein weiterer wichtiger Schritt im kontinuierlichen Erneuerungsprozess der Hochschulinfrastruktur – sowohl hier auf dem Campus der JGU als auch der weiteren Hochschulstandorte in Rheinland-Pfalz. Modernisierung und Ausbau der rheinland-pfälzischen Hochschulen gehören zu den wichtigsten Aufgaben unseres Landes. Das Rechenzentrum setzt technisch, ökonomisch und ökologisch Maßstäbe. Die optimierte Energie- und Ressourceneffizienz mit hocheffizienten Kühlsystemen und Nutzung der Abwärme und Photovoltaik-Anlage stehen für ein hochfunktionales und gleichzeitig auch nachhaltiges Rechenzentrum. Fast 31 Millionen Euro sind für die Gesamtbaukosten genehmigt – eine gute Investition in den Wissenschaftsstandort Mainz“, erklärt Doris Ahnen, Finanz- und Bauministerin im Land Rheinland-Pfalz.

Auch Wissenschaftsminister Clemens Hoch gratuliert der JGU zur Eröffnung des neuen Rechenzentrums: "Das neue Rechenzentrum ist nicht nur ein herausragendes Beispiel für die technologische Leistungsfähigkeit und Innovationskraft der JGU, es ist zugleich ein Aushängeschild für den Wissenschaftsstandort Rheinland-Pfalz. Dass dieses anspruchsvolle Bauvorhaben in einem zügigen und sorgfältig geplanten Prozess realisiert werden konnte, verdient große Anerkennung. Ich wünsche der Universität viel Freude und Erfolg mit diesem zukunftsweisenden Gebäude. Es wird die digital gestützte Forschung und Lehre ebenso wie das Hochleistungsrechnen weiter stärken und ist auch wichtig für die überregionale Sichtbarkeit der JGU als exzellenter Standort für Forschungsinfrastruktur."

Zukunftssichere und nachhaltige IT-Infrastruktur für Lehre, Wissenschaft und Forschung

Das Gebäude vereint zwei Bereiche: In einem Bereich stehen die komplette IT-Infrastruktur der Universität und die Systeme, die für das Wissenschaftsnetz Rheinland-Pfalz und die im Rahmen der Rechenzentrumsallianz Rheinland-Pfalz (RARP) angebotenen Dienste benötigt werden. Im anderen Bereich sind die Hochleistungsrechner MOGON NHR Süd-West und das geplante Nachfolgesystem von MOGON II untergebracht.

"Das neue Rechenzentrum setzt Maßstäbe für Universität und Wissenschaft“, erklärt JGU-Präsident Prof. Dr. Georg Krausch. "Für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Mainz, Rheinland-Pfalz und auch ganz Deutschland ist eine moderne und leistungsfähige IT-Infrastruktur der Spitzenklasse unerlässlich – sei es beispielsweise das Wissenschaftsnetz Rheinland-Pfalz oder auch das vernetzte Hochleistungsrechnen als Schlüsseltechnologie für die Spitzenforschung in vielen Bereichen. So trägt die Investition in das neue Rechenzentrum unseres Zentrums für Datenverarbeitung dazu bei, dass Arbeitsgruppen, die auf leistungsstarke Hochleistungsrechner angewiesen sind, die führende Stellung auf ihren Forschungsgebieten halten und weiter ausbauen können."

Das Rechenzentrum ist so konzipiert, dass für den IT-Betrieb eine nahezu 100-prozentige Ausfallsicherheit gewährleistet werden kann und kritische Dienste wie E-Mail, Lernmanagement-Systeme und Datenbanken immer verfügbar sind. Vier vordefinierte Schutzzonen und ein spezielles Zutrittskontrollsystem mit Schleusenfunktion schützen sensible und vertrauliche Daten wie Forschungsergebnisse und personenbezogene Daten von Studierenden und Mitarbeitenden.

Neben Sicherheit und Effizienz war Nachhaltigkeit ein zentraler Aspekt bei der Konzeption des Rechenzentrums. Die JGU reduziert ihren ökologischen Fußabdruck und stattet den Neubau mit verschiedenen innovativen, umweltfreundlichen Technologien aus, zum Beispiel durch

  • die Installation von Photovoltaik-Modulen auf der freien Dachfläche;
  • die Kühlung der Server mit einem geschlossenen Wasserkreislauf, überwiegend ohne den Einsatz von Kompressorkältemaschinen. Allein der Umzug des HPC-Clusters MOGON NHR Süd-West in das neue Rechenzentrum spart jährlich etwa 200.000 Euro Stromkosten;
  • innovative Ansätze zur Wärmerückgewinnung, verbunden mit der perspektivischen Nutzung der Abwärme zur Wärmeversorgung, und damit Optimierung der Energie- und Ressourceneffizienz;
  • den Verzicht auf Verbundbaustoffe, um verwendete Materialien später wieder in den Stoffkreislauf zurückführen zu können;
  • eine geringe Versiegelung der Außenanlagen. Zusätzlich wird das gesamte Regenwasser zurückgehalten und in Erdmulden geleitet, wo es verdunsten oder wiederverwendet werden kann.
Zur Errichtung des neuen Rechenzentrums wurden der JGU die Bauherrenaufgaben vom Land Rheinland-Pfalz übertragen. "Der Neubau wurde von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gemäß einer Vereinbarung mit dem Landesbetrieb LBB in fachlicher Rückkopplung mit der Bauabteilung des Ministeriums der Finanzen in Eigenregie gebaut", erklärt die Kanzlerin der JGU, Dr. Kerstin Burck. "Die gesteckten Ziele der Einhaltung des Budgets, der termingerechten Fertigstellung sowie der Gewährleistung einer optimalen IT-Infrastruktur wurden hierbei über das von Land und Universität gewählte Verfahren realisiert."

Das neue Rechenzentrum ist auch ein Ort der Kunst. Auf der Dachkante des Gebäudes leuchtet der Satz "I can see the whole room! … and there's nobody in it!" – eine Anspielung auf Roy Lichtensteins Werk aus dem Jahr 1961, das die Unsicherheit der Wahrnehmung durch technische Apparate thematisiert. Der Satz geht eine Verbindung mit der geschlossenen Architektur ein und scheint diese zu befragen. Mit der verwendeten Schriftart "Courier" unterstreicht Künstler Thorsten Goldberg die Verbindung zur digitalen Welt des Rechenzentrums.

Daten und Fakten:

  • Gesamtfläche des Gebäudes: 1.870 Quadratmeter
    • so groß wie etwa ¼ Fußballfeld
  • Baukosten: 30,75 Millionen Euro
  • PUE-Wert: ≤ 1,15
    • Die Kenngröße für die Energieeffizienz von Rechenzentren ist die Power Usage Effectiveness (PUE). Sie ermittelt, wie effektiv die zugeführte Energie in einem Rechenzentrum verbraucht wird. Bei der Konzeption wurde darauf geachtet, einen möglichst niedrigen Wert zu erreichen.
  • 32 Serverschränke im Enterprise-Bereich und 112 Serverschränke im HPC-Bereich (davon maximal 84 gleichzeitig in Betrieb)
  • Maximale IT-Last: 3.600 kW
  • Photovoltaik-Module mit einer Leistung von 73 KWp
  • DIN EN 50600: aktuelle europäische Norm für Rechenzentren und deren Infrastruktur.
    • Die Norm legt Anforderungen bezüglich Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit von Rechenzentren fest. Dazu gehören unter anderem Anforderungen an Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung von Rechenzentren sowie Anforderungen an die Gebäudetechnik, die Infrastruktur und die IT-Systeme in einem Rechenzentrum. Außerdem werden Themen wie Energieeffizienz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit dem Betrieb von Rechenzentren berücksichtigt.
    • Nach DIN EN 50600 gibt es vier Verfügbarkeitsklassen.
      • Verfügbarkeitsklassen sind Kategorien, die den Grad der Zuverlässigkeit und des Ausfallschutzes von IT-Systemen beschreiben. Je höher die Verfügbarkeitsklasse, desto geringer ist das Risiko eines Ausfalls und desto höher ist die Sicherheit für den Nutzer.
      • Rechenzentrumsbereiche: Enterprise (Verfügbarkeitsklasse 3) und High Performance Computing (Verfügbarkeitsklasse 2)

Bautechnik / Rechenzentrum / JGU / Nachhaltigkeit / Hochleistungsrechnen
[pressebox.de] · 25.08.2025 · 16:24 Uhr
[0 Kommentare]
Rekordumsatz, Dividendenplus und Edelmetall-Rückenwind!
Herisau, 05.06.2026 (PresseBox) - Gold, Silber, Cashflow, Dividendenstärke und ein wachsendes Portfolio: OR Royalties zeigt mit Q1 2026, wie wirkungsvoll ein breit gestreutes Royalty- und Streaming-Modell in einem freundlichen Edelmetallumfeld sein kann. Anzeige/Werbung – Dieser Artikel erscheint im Auftrag von OR Royalties Inc.!    · Bezahlte […] (01)
vor 23 Stunden
Nordbrücke am 04.06.2026
Bonn - Im Kontext der Sperrung der Bonner Nordbrücke auf der A565 wirft der Grünen-Verkehrspolitiker Tarek Al-Wazir der Bundesregierung vor, falsche Prioritäten bei Infrastrukturprojekten zu setzen. Er sagte am Samstag dem "Deutschlandfunk", dass Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) zu viel Wert auf den Bau neuer Autobahnen lege, was dazu führe, […] (00)
vor 22 Minuten
Nach dem Ende ihrer Ehe mit Fußballstar Thomas Müller richtet Lisa Müller den Blick offenbar konsequent nach vorn.
(BANG) - Nach dem Ende ihrer Ehe mit Fußballstar Thomas Müller richtet Lisa Müller den Blick offenbar konsequent nach vorn. Statt sich in öffentlichen Diskussionen über die Trennung zu verlieren, konzentriert sich die Dressurreiterin auf ihre Zukunft. Und dabei soll es nun vor allem um Beruf, Sport, Selbstliebe und persönlicher Weiterentwicklung gehen. […] (00)
vor 2 Stunden
Gerücht: Faltbares iPhone erscheint wohl nicht in Schwarz
Apples erstes faltbares Smartphone, das Gerüchten zufolge als iPhone Ultra auf den Markt kommen könnte, wird zum Verkaufsstart wohl auf eine klassische schwarze Farbvariante verzichten. Wie ein bekannter Insider berichtet, hat sich der Konzern aus Cupertino bislang gegen diese Option […] (00)
vor 3 Stunden
Final Fantasy 7 Revelation angekündigt: Das große Finale erscheint 2027
Square Enix hat offiziell Final Fantasy 7 Revelation angekündigt. Der Titel bildet den dritten und letzten Teil der erfolgreichen Remake-Trilogie und soll im Frühjahr 2027 für PlayStation 5, Xbox Series, Nintendo Switch 2 sowie PC erscheinen. Damit nähert sich die Neuinterpretation eines der bekanntesten Rollenspiele aller Zeiten ihrem Abschluss. […] (00)
vor 20 Minuten
Henry Cavill und Kevin Hart werden in einer neuen Komödie für Netflix unter der Regie von McG rivalisierende Spione spielen.
(BANG) - Henry Cavill und Kevin Hart werden gemeinsam in einer neuen Spionagekomödie für Netflix zu sehen sein. Der 'Man of Steel'-Schauspieler und der 46-jährige Komiker werden rivalisierende Spione darstellen, die sich in einem Lamaze-Kurs treffen, als ihre Ehefrauen Freundinnen werden. Dadurch entsteht Chaos, als ihre "Doppelleben kollidieren", […] (00)
vor 2 Stunden
Frédéric Vasseur
Monte-Carlo (dpa) - Schreck für das Formel-1-Team von Ferrari: Teamchef Frédéric Vasseur muss den Tag der Qualifikation für das Monaco-Rennen in einer Klinik verbringen. Der 58-Jährige werde nach einigen Tests weiter zur Beobachtung in einer medizinischen Einrichtung bleiben, teilte die Scuderia am Tag vor dem sechsten Saisonlauf in Monte-Carlo mit. […] (00)
vor 2 Stunden
SAP: Warum der Software-Riese sich für den finalen KI-Krieg massiv verschuldet
Der europäische Software-Titan SAP steht vor einer radikalen Weichenstellung, die das gesamte Fundament des Walldorfer DAX-Konzerns erschüttert. Während das Management unter Hochdruck versucht, den Anschluss an die globale Elite der künstlichen Intelligenz nicht zu verlieren, greift der Vorstand zu extremen Mitteln. Mit einer urplötzlichen Eurobond- […] (00)
vor 46 Minuten
 
Hinter den Kulissen: Glasfasernutzung in Mehrfamilienhäusern
Beverungen, 05.06.2026 (PresseBox) - Der Datenhunger in Deutschland wächst weiter. […] (00)
»European Showrunner Programme« der ifs gibt Teilnehmende bekannt
Köln, 05.06.2026 (lifePR) - Start der internationalen Weiterbildung in Köln mit Head […] (00)
Oldenburg stärkt Handel und Gastronomie mit Stadtgutschein für Übernachtungsgäste
Oldenburg, 05.06.2026 (lifePR) - Ab sofort erhalten Übernachtungsgäste in Oldenburg […] (00)
Martin Hagen (Archiv)
Berlin - Angesichts wachsender Zweifel vieler Menschen an der repräsentativen […] (16)
Dua Lipa und Callum Turner haben 5.000 Euro an verärgerte Bewohner Palermos gezahlt.
(BANG) - Dua Lipa und Callum Turner haben 5.000 Euro an verärgerte Bewohner Palermos […] (00)
Britische Staatsanleihen: So attraktiv wie nie – und Starmer bekommt Konkurrenz von innen
Die Rendite-Renaissance der britischen Staatsanleihen Das britische Gilts-Markt […] (00)
Fußball-WM 2026 - Vorbereitung Chicago
Chicago (dpa) - Es sollte auch seine Weltmeisterschaft werden. Zaubern auf der […] (04)
MacBook Ultra könnte Haupttreiber eines OLED Laptop-Hybrid-Marktes werden
Ein aktueller Analysebericht des Marktforschungsunternehmens Omdia prognostiziert, […] (01)
 
 
Suchbegriff