Neues Angebot für den insolventen Batteriehersteller Northvolt weckt Hoffnung
Ein erster Lichtblick für den schwedischen Batteriehersteller Northvolt, der sich in der Insolvenz befindet: Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur gibt es ein Übernahmeangebot von einem bislang unbekannten internationalen Interessenten. Dieser prüft die Übernahme der Produktionsstätten in Skellefteå und Västerås, sowie den in Planung befindlichen Standort in Heide, Schleswig-Holstein. "Das Interesse am Standort Heide ist weiterhin groß", verkündete ein Sprecher von Northvolt, was durchaus Hoffnung für die Region und das Unternehmen generiert.
In einem Gespräch mit dem schwedischen Rundfunk bestätigte Insolvenzverwalter Mikael Kubu, dass das Angebot aus dem Ausland stammt und als unverbindlich einzustufen ist. Dennoch betrachtet er es als potenziellen Beginn für konkretisierte Verhandlungen und hofft zudem auf weitere Interessensbekundungen. Das Schicksal von Northvolt und seiner Standorte war eng mit den boomenden Erwartungen des E-Automobilmarkts verknüpft, was das Unternehmen in einen schnellen internationalen Expansionskurs verfallen ließ. Der in Pole-Position befindliche Standort Skellefteå trägt den Namen Northvolt Ett, polnische Bestrebungen wurden zudem unter Scania als Northvolt Dwa integriert.
Die bereits gestarteten Bauarbeiten der als Northvolt Drei bezeichneten Gigafactory bei Heide im März 2024 sollten der strukturschwachen Region einen wirtschaftlichen Aufschwung bringen, gestützt von politischen und finanziellen Hilfsmaßnahmen. Jedoch führten immense Schulden und finanzielle Turbulenzen dazu, dass Northvolt tausende Mitarbeiter entlassen, Expansionsvorhaben zurückstellen und schließlich Insolvenz beantragen musste. Obwohl der Insolvenzantrag das deutsche Tochterunternehmen Northvolt Germany formal nicht betroffen hatte, schwebt auch über dem Projekt in Heide ein ungewisses Schicksal.
Für die geplante Fabrik bei Heide flossen bereits rund 600 Millionen Euro von der staatlichen Förderbank KfW durch eine Wandelanleihe, die zu gleichen Teilen von Bund und Land Schleswig-Holstein getragen wurde. Zusätzliche 20 Millionen Euro wurden für Zinszahlungen und Verfahrenskosten veranschlagt. Weiterhin waren direkte Fördergelder von fast 700 Millionen Euro vom Bund und Land, genehmigt durch die EU-Kommission, vorgesehen. Diese Gelder sind bislang jedoch nicht ausbezahlt worden, und die künftigen finanziellen Belastungen für staatliche Stellen bleiben daher größtenteils unklar.

