Neuer Wind im Vorstand: Deutsche Bahn stellt Weichen mit frischem Führungsteam
Die lang erwarteten Änderungen im Vorstand der Deutschen Bahn sind nun offiziell: Der Aufsichtsrat des in Staatsbesitz befindlichen Unternehmens hat auf einer Sondersitzung drei neue Posten besetzt. Karin Dohm, ehemalige Managerin der Baumarktkette Hornbach, übernimmt die Rolle der Finanzchefin, nachdem Levin Holle im Frühling dem Konzern den Rücken gekehrt hatte, um im Bundeskanzleramt eine neue Position einzunehmen. Der Regionalverkehr wird künftig unter der Leitung von Harmen van Zijderveld stehen, der zuvor bereits das Ressort Schiene bei der DB-Tochter DB Regio verantwortete. Van Zijderveld tritt damit in die Fußstapfen von Evelyn Palla, die kürzlich zur Gesamtchefin der Deutschen Bahn avancierte.
Diese personellen Veränderungen sind Teil eines umfassenden Restrukturierungsplans, der auch den kriselnden Güterverkehr betrifft. Für Schlagzeilen sorgte besonders der Wechsel bei der Tochtergesellschaft DB Cargo: Sigrid Nikutta, deren Sanierungskonzept als unzureichend eingeschätzt wurde, verlässt das Unternehmen. Ihr Nachfolger wird Bernhard Osburg, ehemaliger Leiter der Stahlsparte von Thyssenkrupp. Auch er wurde bereits vom Aufsichtsrat bestätigt. Die Europäische Kommission hatte zuvor im Rahmen eines Beihilfeverfahrens die Rückkehr in die Gewinnzone für Cargo bis zum nächsten Jahr verlangt.
Neben diesen personellen Neuerungen sieht sich die Bahn weiteren Herausforderungen gegenüber. Die Unpünktlichkeit der Fernzüge sowie finanzielle Verluste belasten den Konzern stark. Im Koalitionsvertrag der neuen Regierung sind Maßnahmen vorgesehen, um die Führung zu straffen und mehr Verantwortung dezentral zu verteilen. Bahnchefin Palla hat angekündigt, ein entsprechendes Konzept zu entwickeln.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) äußerte sich positiv über die Veränderungen, und ihr Vorsitzender Martin Burkert betonte die Chancen, die aus der Kombination von Kontinuität und frischen Impulsen erwachsen können. Diese Entwicklungen geben Anlass zur Hoffnung, dass die Deutsche Bahn von den Reformen profitieren könnte.

