Neuer Spitzenmann bei Kering: Ein Automobil-Experte übernimmt das Ruder
Kering, der Mutterkonzern von Luxusmarken wie Gucci, Saint Laurent und Bottega Veneta, hat überraschenderweise Luca de Meo, den derzeitigen Chef von Renault, als neuen CEO ernannt. Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden strategischen Wechsel für das französische Luxusunternehmen.
Luca de Meo, 58, stammt aus Mailand und bringt über 30 Jahre Erfahrung aus der Automobilbranche mit. Er studierte Betriebswirtschaft an der renommierten Luigi Bocconi Wirtschaftsuniversität. De Meo wird für seine strategische Weitsicht und seine Erfolgsbilanz bei der Wiederbelebung schwächelnder Marken gelobt. Nachdem er Renault aus der Krise geführt hat, wechselt er nun in ein völlig neues Branchenumfeld, um dort seine Kompetenzen zu beweisen.
Seinen Karriereweg begann De Meo in den frühen 1990er Jahren bei Renault, ehe er Ende der 1990er nach Toyota Europa wechselte. Ab 2002 spielte er eine Schlüsselrolle bei Fiat, wo er zentrale Marken wie Lancia, Fiat, Abarth und Alfa Romeo führte. Besonders bekannt wurde er durch die erfolgreiche Neupositionierung des Fiat 500 und der Marke Abarth.
2009 wechselte De Meo zu Volkswagen, wo er Marketingdirektor wurde und ab 2012 im Vorstand von Audi für Vertrieb und Marketing verantwortlich war. Von 2015 bis 2020 leitete er erfolgreich den spanischen Automobilhersteller SEAT und stärkte dessen Position innerhalb der Volkswagen-Gruppe.
Das Jahr 2020 markierte seinen Schritt an die Spitze von Renault, wo er als CEO und später auch als Vorsitzender beeindruckende Veränderungen einleitete, wie die Neuausrichtung der Allianz mit Nissan und den Vorstoß in Richtung Elektromobilität. Vor kurzem führte er noch die Elektrosparte Ampere und war Präsident der Europäischen Automobilherstellervereinigung.
Nun steht De Meo vor der Herausforderung, Kering aus einer Phase verhaltener Leistung zu führen und verlorenes Vertrauen bei Anlegern zurückzugewinnen. Die Aktien des Konzerns haben in den letzten zwei Jahren über 60 % an Wert verloren, vor allem aufgrund von Schwierigkeiten bei Gucci, der umsatz- und gewinnstärksten Marke des Unternehmens.

