Neue Wachstumschancen: Deutschland als aufstrebender Investitionsstandort

Deutschland hat die Möglichkeit, von den gegenwärtigen Umwälzungen in der globalen Ordnung erheblich zu profitieren, so Alexander von zur Mühlen, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank. Anlässlich einer Veranstaltung der Bank in Frankfurt hob er hervor, dass internationale Kapitalanleger auf der Suche nach stabilen und verlässlichen Investitionsmöglichkeiten sind, die attraktive Alternativen zu den traditionellen Märkten in den USA und China bieten.
Von zur Mühlen betonte, dass Großinvestoren zunehmend Vertrauen in Deutschlands wirtschaftliches Potenzial gewinnen und optimistisch in dessen Fortschritt in Produktivität und Wachstum blicken. Dies spiegelt sich auch in bedeutenden Auslandsinvestitionen wider, wie sie etwa durch den chinesischen Onlinehändler JD.com, der die Mediamarkt-Mutter Ceconomy übernommen hat, sowie durch den Erwerb des Chemiekonzerns Covestro durch Adnoc aus Abu Dhabi getätigt wurden.
Er unterstrich, dass noch viele weitere Anleger bereit stünden, in den deutschen Markt einzutreten. Der Vorstand warnte jedoch eindringlich, dass strukturelle Reformen notwendig seien, um diese positiven Entwicklungen nachhaltig zu sichern.
Kritisch seien die kleinen und fragmentierten Kapitalmärkte Europas sowie Hindernisse innerhalb des Binnenmarkts, die durch interne Handelsbarrieren verursacht werden und laut dem Internationalen Währungsfonds mit einem Zolläquivalent von 45 Prozent belastet sind. Besonders die Förderung des Freihandels sei von Bedeutung, da die USA, wie von zur Mühlen anmerkte, ein Vakuum hinterlassen hätten.
Europa, und speziell Deutschland, haben mit ihrer starken Vernetzung weltweit die Gelegenheit, neue strategische Partnerschaften und Märkte zu erschließen. In einer Zeit des Wandels und der Entstehung neuer globaler Allianzen bietet dies einen wesentlichen Vorteil für die deutsche Wirtschaft.

