Angriffskrieg gegen Ukraine

Neue Russland-Sanktionen der EU in Kraft

16. Dezember 2022, 20:33 Uhr · Quelle: dpa
Wegen der Unterstützung des russischen Kriegs gegen die Ukraine setzt die EU 190 neue Personen und Einrichtungen auf ihre Sanktionsliste. Eine prominenter Regierungsvertreter wird allerdings verschont.

Brüssel (dpa) - Das neunte EU-Paket mit Sanktionen gegen Russland wegen des Kriegs gegen die Ukraine ist in Kraft. Wie aus den im EU-Amtsblatt veröffentlichen Rechtstexten hervorgeht, belegt die EU weitere 141 Personen und 49 Einrichtungen mit Vermögenssperren und Einreiseverboten.

Unter ihnen sind etwa mehrere stellvertretende russische Ministerpräsidenten, Minister sowie Unternehmen aus der Rüstungs- und Automobilindustrie. Strafmaßnahmen gegen Energieminister Nikolai Schulginow wurden auf Druck Ungarns allerdings nicht verhängt. Das Land ist stark abhängig von Energielieferungen aus Russland.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hatte in den vergangenen Monaten bereits mehrfach Pläne für Strafmaßnahmen gegen Russland torpediert. So musste die EU wegen des Widerstands Ungarns beispielsweise auf geplante Sanktionen gegen das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt Patriarch Kirill und ein vollständiges Öl-Embargo verzichten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte die neuen Sanktionen gegen Moskau. Dieses Paket sei das neunte, «aber offensichtlich nicht das letzte», sagte er am Abend, wenige Stunden nach dem jüngsten russischen Raketenangriff auf das Energienetz seines Landes. «Denn es ist offensichtlich, dass der Druck erhöht werden muss.»

Den neu von den Sanktionen Betroffenen wird unter anderem vorgeworfen für Handlungen oder politische Maßnahmen verantwortlich zu sein, die die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine untergraben. Schon zuvor hatte die EU mehr als 1200 Einzelpersonen und 118 Organisationen sanktioniert.

Sanktionen gegen drei weitere russische Banken

Zudem sind in dem neunten EU-Sanktionspaket in Zusammenhang mit Russlands Krieg gegen die Ukraine Handels- und Finanzsanktionen enthalten. Unter anderem werden drei weitere russische Banken mit Sanktionen belegt - darunter die russische Bank für regionale Entwicklung, die künftig keine Transaktionen mehr in oder über die EU machen darf.

Zudem verbietet die EU den Export von Drohnenmotoren nach Russland sowie in Länder wie den Iran, wenn es den Verdacht gibt, dass die Motoren später in Russland landen. EU-Investitionen in den russischen Bergbau sind künftig mit Ausnahme bestimmter Rohstoffe ebenfalls verboten. Wegen des Vorwurfs der Kriegspropaganda gilt für die russischen Medien NTV/NTV Mir, Rossiya 1, REN TV und den Pervyi-Kanal ein Sendeverbot für alle Verbreitungswege.

Für Ernährungssicherheit: Sanktionsregime wird etwas gelockert

Um Bedenken in Bezug auf die Ernährungssicherheit in Drittländern Rechnung zu tragen, wurde zudem eine neue Ausnahmeregelung eingeführt. Diese ermöglicht es, eingefrorene Vermögenswerte bestimmter Personen freizugeben und ihnen Gelder und wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Konkret soll es sich dabei um Personen handeln, die eine wesentliche Rolle im internationalen Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Lebensmitteln - einschließlich Weizen und Düngemitteln - spielen. Ein EU-Beamter betonte, dass sie jedoch nicht von der Sanktionsliste gestrichen würden.

Über die Ausgestaltung der Ausnahmeregelungen hatte es zuvor unter den EU-Staaten heftigen Streit gegeben. So forderte Deutschland gemeinsam mit Ländern wie Frankreich und den Niederlanden, klare und deutliche Anpassungen, um Auswirkungen auf den Handel mit Agrarprodukten und Düngemitteln zu vermeiden. Andere Staaten wie Polen warnten hingegen davor, dies könne als eine Lockerung der Sanktionen verstanden werden.

Nach Angaben aus UN-Kreisen lag der Marktpreis für Dünger zuletzt um 250 Prozent über dem Durchschnittswert. Es wird befürchtet, dass dies zu einer Hungerkatastrophe führen könnte. Für Lockerungen des Sanktionsregimes sprach den Angaben zufolge auch, dass Russland mit dem Abkommen zu ukrainischen Getreidelieferungen durch das Schwarze Meer ein Druckmittel in der Hand hat. Aus Moskau hatte es zuletzt immer wieder geheißen, dass es nur verlängert werde, wenn Russland uneingeschränkt Düngemittel exportieren könne.

Politik / EU / Krieg / Konflikte / Sanktionen / Ernährungssicherheit / Europa / Russland / Ukraine
16.12.2022 · 20:33 Uhr
[10 Kommentare]
Wallstreet in New York
New York - Die US-Börsen haben am Mittwoch kräftig zugelegt. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 47.910 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 2,9 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag. Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 6.783 Punkten 2,5 Prozent im Plus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq […] (00)
vor 9 Minuten
Karol G hat enthüllt, dass ihr geraten wurde, sich nicht gegen die US-Einwanderungsbehörden zu äußern
(BANG) - Karol G hat enthüllt, dass ihr geraten wurde, sich nicht gegen die US-Einwanderungsbehörden zu äußern, da sie sich sonst angeblich Probleme mit ihrem Visum einhandeln könnte. Der kolumbianische Superstar bereitet sich darauf vor, an beiden Sonntagen beim Coachella-Festival in Indio, Kalifornien, als Headliner aufzutreten. Neben ihr gehören auch […] (00)
vor 4 Stunden
Teufel MOTIV GO 2 – Klang, der überall dabei ist – zuhause und unterwegs
Teufel präsentiert den MOTIV GO 2, die aktualisierte Neuauflage des stylischen, portablen Bluetooth-Stereo-Speakers, der kraftvollen Sound mit alltagstauglicher Robustheit verbindet. Zwei präzise Vollbereichstreiber und zwei passive Bassmembranen sorgen für lebendigen, druckvollen Stereo-Klang. Mit Teufel Dynamore entsteht ein beeindruckend weites […] (00)
vor 3 Stunden
Warum Benzin in Deutschland so teuer ist – und wie sich der Preis wirklich zusammensetzt
Wer aktuell an die Tankstelle fährt, kennt das Gefühl: Der Blick auf die Zapfsäule sorgt oft für Stirnrunzeln. Preise von rund zwei Euro pro Liter sind längst keine Seltenheit mehr. Viele fragen sich deshalb völlig zurecht: Warum ist Benzin eigentlich so teuer – und wer verdient daran wirklich? Die Antwort darauf ist deutlich komplexer, als es auf den […] (01)
vor 3 Stunden
Paramount bestätigt Rückzug von Jeff Shell nach Vorwürfen
Der Präsident von Paramount zieht sich im Zuge eines Rechtsstreits aus seinen Ämtern zurück. Beim Medienkonzern Paramount kommt es zu einem personellen Einschnitt: Jeff Shell wird seine Funktionen als Präsident sowie als Mitglied des Verwaltungsrats niederlegen. Hintergrund ist eine zivilrechtliche Klage, in der ihm Verstöße gegen Offenlegungspflichten der US-Börsenaufsicht vorgeworfen werden. […] (00)
vor 3 Stunden
Adler Mannheim - EHC Red Bull München
Berlin/Mannheim (dpa) - Titelverteidiger Eisbären Berlin ist mit einem spektakulären 6: 3 (2: 1, 3: 1, 1: 1) gegen Hauptrundensieger Kölner Haie ins Playoff-Halbfinale gestartet. In der anderen Serie holte der sich der Hauptrundenzweite Adler Mannheim durch ein 3: 2 (1: 1, 0: 1, 1: 0) nach Verlängerung gegen den EHC Red Bull München in einem ebenfalls […] (00)
vor 2 Minuten
kostenloses stock foto zu aktienmarkt, bargeldlos, berlin
Die aktuelle Konsolidierung von Bitcoin zeigt Anzeichen einer tiefergehenden Veränderung, die über ein typisches Range-Bound-Muster hinausgeht. Während die Kursbewegungen innerhalb einer definierten Spanne relativ stabil erscheinen, erzählt das Verhalten der Hebelwirkung eine andere Geschichte. Anstatt einer klaren Richtungstendenz wechselt das Hebel- […] (00)
vor 49 Minuten
ClickRent-Datenleck: 2,5 Millionen Kunden des Autovermieters betroffen
Lahr, 08.04.2026 (lifePR) - Beim spanischen Autovermieter ClickRent ist es offenbar zu einem massiven Datenschutzvorfall gekommen, der für Millionen Kunden erhebliche Folgen haben kann. Nach Berichten spanischer Medien vom 31. März 2026 und 1. April 2026 sollen rund 2,5 Millionen Datensätze betroffen sein; abgeflossen sein sollen unter anderem Ausweisdokumente, […] (00)
vor 4 Stunden
 
US-Republikaner Fuller
Washington (dpa) - Der Republikaner Clay Fuller ersetzt Medien zufolge die […] (00)
Im Winter wollten in Tirol viele Autofahrer dem Stau ausweichen
Innsbruck (dpa) - In der vergangenen Wintersaison sind im österreichischen Bundesland […] (02)
Klassenraum in einer Schule (Archiv)
Berlin - Der Deutsche Lehrerverband (DL) befürchtet das Ende von Hausaufgaben durch […] (02)
Donald Trump (Archiv)
Washington - US-Präsident Donald Trump warnt vor Waffenlieferungen an den Iran und […] (00)
iPhone Fold: Release im September rückt näher
Das Warten auf Apples erstes faltbares Smartphone könnte bald ein Ende […] (00)
Sony kauft Cinemersive Labs – was das für die PlayStation 6 bedeuten könnte
Sony Interactive Entertainment hat erneut zugekauft – und diesmal ist es kein […] (00)
Weltverband berät über Formel-1-Regeln
Berlin (dpa) - Die Formel 1 macht in der hitzigen Debatte um schnelle Reparaturen am […] (00)
Rekordgewinne und Milliardeninvestitionen: Deutschlands Tech-Giganten im Höhenflug
Ein Aufwärtstrend mit historischen Ausmaßen Die deutsche Technologiebranche befindet […] (00)
 
 
Suchbegriff