Neue Modelle und Finanzdienstleistungen treiben Renault an: Quartalszahlen im Fokus
Der französische Autobauer Renault konnte im dritten Quartal trotz eines herausfordernden Marktumfelds von der Nachfrage nach seinen neuen Modellen profitieren, insbesondere vom Dacia Bigster. Auch das Finanzdienstleistungsgeschäft erwies sich als starker Wachstumsmotor. Insgesamt verzeichnete das Unternehmen im Zeitraum bis Ende September eine Umsatzsteigerung von knapp sieben Prozent auf 11,4 Milliarden Euro, wie Renault nun bekanntgab. Obwohl dieses Ergebnis unter den Erwartungen der Analysten liegt, wäre ein Umsatzwachstum von 8,5 Prozent realisierbar gewesen, sofern Wechselkurseffekte, insbesondere in Märkten wie Argentinien, Brasilien und der Türkei, außer Acht gelassen werden.
Die Börse reagierte weniger erfreut: Die Renault-Aktie verlor am Mittag rund zwei Prozent. Dies spiegelt einen Gesamtjahresverlust von über 25 Prozent wider, ähnlich wie beim angeschlagenen Rivalen Stellantis. Im Vergleich zu diesen Entwicklungen weist Volkswagen eine stabilere Börsenperformance auf. Analyst Harald Hendrikse von der Citigroup ist jedoch optimistisch und sieht Potenzial, dass die Renault-Aktie von ihrem derzeit "überverkauften" Zustand profitieren könnte. Allerdings betont er, dass die Rückgewinnung von Vertrauen am Kapitalmarkt Zeit in Anspruch nehmen wird.
Wie in Frankreich üblich, blieb Renault detaillierte Gewinnzahlen zum dritten Quartal schuldig. Finanzvorstand Duncan Minto hielt jedoch an den im Sommer gesenkten Jahreszielen fest, die eine operative Gewinnmarge von rund 6,5 Prozent und einen freien Cashflow von 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro umfassen. Minto hob zudem hervor, dass sowohl die Bestellungen zugenommen haben als auch die Lagerbestände gut verwaltet werden. Dennoch sei das Wettbewerbsumfeld aufgrund neuer Konkurrenz aus China und einer potenziellen Chipkrise weiterhin angespannt.
Insbesondere die Chipkrise stellt eine Bedrohung dar, nachdem der niederländische Halbleiterhersteller Nexperia, ehemals in chinesischem Besitz, aufgrund von Regierungsmaßnahmen ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt ist. Infolge dieser Maßnahmen hat China die Ausfuhr von Nexperia-Produkten, wie etwa Chips für die Autoindustrie, eingestellt, was den Druck auf europäische Autobauer weiter erhöht.

