Neue Koalition verschärft Migrationsregeln: Einblicke in die geplanten Änderungen
Die frischgebackene schwarz-rote Koalition in Deutschland hat unverzüglich mit der Einführung strengerer Maßnahmen im Migrationsbereich begonnen. So beschlossen die Minister unter der Leitung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zwei entscheidende Gesetzesentwürfe, die jedoch noch der Bestätigung des Bundestags bedürfen. Dobrindt betont, dass dieser Schritt essentiell sei, um illegale Migration zu reduzieren und die Belastungen der Integrations- sowie Aufnahmesysteme zu mindern.
Im Detail sieht der Plan vor, dass Flüchtlinge mit subsidiärem Schutzstatus künftig keine nahen Angehörigen mehr nach Deutschland holen dürfen. Dies umfasst Eheleute, eingetragene Lebenspartner und minderjährige Kinder. Darüber hinaus soll die beschleunigte Einbürgerung, die besonders gut integrierten Einwanderern nach drei Jahren ermöglicht wird, gestrichen werden. Der Vorsitzende des Innenministeriums äußerte, dass diese Maßnahmen insbesondere die gesellschaftliche Polarisierung im Bereich Migration abmildern sollen.
Was den Familiennachzug betrifft, plant die Regierung eine zweijährige Aussetzung für subsidiär Geschützte – ausgenommen Härtefälle, die eine sorgfältige Einzelfallprüfung erfordern. Dies betrifft Flüchtlinge, die in Deutschland bleiben, weil ihnen in ihren Heimatländern ernsthafte Gefahren drohen. Laut aktuellen Daten lebten Ende März rund 388.074 solcher subsidiär Geschützter in Deutschland, größtenteils Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien.
Während die Einigung über diese Maßnahmen bei den Regierungsparteien auf Zustimmung stieß, brachten verschiedene Experten und Organisationen Kritik zum Ausdruck. Pro Asyl sprach von einer „Katastrophe“ für die betroffenen Familien und betonte den Verlust sicherer Fluchtwege. Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung warnte zudem vor den psychischen Belastungen durch die Trennung von der Familie.
Die Überarbeitung des Einbürgerungsgesetzes erhitzt ebenfalls die Gemüter. Denn die Rücknahme der sogenannten „Turbo-Einbürgerungen“ könnte den Anreiz für hochqualifizierte Einwanderer mindern, nach Deutschland zu kommen, so Brücker. Der Sachverständigenrat für Integration und Migration sieht jedoch eine positive Korrektur im Eindruck eines zu leichten Staatsbürgerschaftszugangs.

