Neue Impulse bei der Fed: Mirans unkonventionelle Zinsstrategie trifft auf Skepsis
Der neueste Entscheidungsträger der Federal Reserve, ernannt von Präsident Donald Trump, hat am Montag eine markante Argumentation für eine aggressive Zinssenkung vorgestellt. Damit steht er im Einklang mit den Forderungen des Präsidenten, ist jedoch ein Außenseiter innerhalb der Zentralbank. In seiner ersten Rede als Fed-Gouverneur erklärte Stephen Miran, dass der neutrale Zinssatz in diesem Jahr aufgrund von Zöllen, Einwanderungsbeschränkungen und Steuerpolitik gesunken sei. Diese Entwicklungen bringen ihn zu der Schlussfolgerung, dass die Zinsen wesentlich niedriger sein sollten, um die Wirtschaft nicht zu gefährden. „Die Geldpolitik befindet sich in einem restriktiven Bereich“, erklärte Miran beim Economic Club in New York. Er warnte davor, dass eine zu enge Zinspolitik zu unnötigen Entlassungen führen könnte.
Bei der letzten Sitzung des Federal Open Market Committee sprach sich Miran gegen den Konsens der Entscheidungsträger aus, die den Zinssatz um einen Viertelpunkt senkten, da er einen halben Punkt für angemessener hielt. Miran, der zuvor Vorsitzender des Rates der Wirtschaftsberater im Weißen Haus war und nun unbezahlt in der Fed agiert, deutet weitergehende Senkungen an. Einige Fed-Offizielle teilen Mirans Einschätzung nicht und sehen derzeit keinen Anlass für eine weitere Senkung. Gleichzeitig bleibt Miran in seiner Position standhaft und deutet an, in Zukunft häufiger abweichende Stimmen im Komitee zu vertreten.
Die Finanzwelt reagiert zunächst skeptisch auf Mirans radikalen Vorschlag, und auch einige Fed-Vertreter warnen vor der Gefahr einer Überhitzung der Wirtschaft. Interessant ist Mirans Vorschlag, das feste Inflationsziel der Fed zu überdenken, da er glaubt, dass Inflation schwer messbar ist. Bevor die Fed jedoch das Ziel aufgibt, müsse es über einen längeren Zeitraum konstant erreicht werden. Stark abweichende Ansichten von Kollegen wie dem Präsidenten der St. Louis Fed, Alberto Musalem, oder der Präsidentin der Cleveland Fed, Beth Hammack, die vor einem überstürzten Handeln warnen, zeigen die Debatte innerhalb der Zentralbank über den richtigen geldpolitischen Kurs.

