Neue Eskalation im Gazastreifen: Israel plant Offensive auf die Stadt Gaza
Israels Regierung hat, fast zwei Jahre nach Ausbruch des Gaza-Konflikts, ihre Strategie verschärft: Ein Plan zur Einnahme der Stadt Gaza wurde vom Sicherheitskabinett genehmigt. Wie der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu verkündete, folgte diese Entscheidung intensiven Beratungen. Der Plan sieht eine militärische Kontrolle über das Küstengebiet und die Entwaffnung der Hamas vor, um so langfristig eine neue Zivilregierung zu etablieren.
Die aktuelle Situation vor Ort zeigt, dass Israel bereits etwa 75 Prozent des stark beschädigten Gazastreifens kontrolliert, der von etwa zwei Millionen Palästinensern bewohnt wird. Die offizielle Stellungnahme deutet dabei an, dass eine vollständige Einnahme des Gebiets momentan nicht vorgesehen ist, obwohl solche Spekulationen zuvor die Runde machten. Beobachter vermuten, dass Israel mit dieser Entscheidung die Hamas in den Verhandlungen um eine Waffenruhe unter Druck setzen will.
In einem Fox-News-Interview betonte Netanjahu, dass Israel keine dauerhafte Besetzung anstrebe, sondern beabsichtige, den Gazastreifen von der Hamas zu befreien und letztlich an andere, nicht feindlich gesinnte Kräfte zu übergeben. Israelischen Schätzungen zufolge hält die Hamas derzeit noch 50 Geiseln. Eine vorschnelle militärische Aktion könnte deren Sicherheit gefährden, was sowohl von der Armeeführung als auch von den Familien der Geiseln kritisch gesehen wird.
Der Konflikt begann mit einem Überfall der Hamas auf Israel im Oktober 2023, der etwa 1.200 Menschen das Leben kostete und über 250 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen führte. Seit dem Ausbruch des Krieges meldet die Hamas-geführte Gesundheitsbehörde über 61.000 Todesopfer. Angesichts der alarmierenden Lage warnt die UNO vor einer humanitären Katastrophe; viele Palästinenser stehen aufgrund von Plünderungen und Mangel an Hilfsgütern vor einer Hungersnot.

