Neue Erkenntnisse zur Rolle der Verbündeten in der globalen Sicherheit
In der Debatte um die Rolle der US-Verbündeten in der globalen Sicherheit ist es ein häufiger Vorwurf, dass sie nicht genug zu den Kosten beitragen. Doch bei genauerer Betrachtung stellt sich die Realität anders dar. Das vermeintliche Defizit geht oft auf eine einzige Kennzahl zurück: die 2-Prozent-Marke. Jedes NATO-Mitglied hat sich verpflichtet, zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Letztes Jahr erreichten 23 der 32 Mitglieder dieses Ziel, ein signifikanter Anstieg im Vergleich zu nur drei Mitgliedern vor einem Jahrzehnt.
Allerdings ist diese Kennzahl kein idealer Maßstab, um die tatsächlichen Beiträge zur globalen Sicherheit zu messen. Ein Land könnte beispielsweise 2,1 Prozent seines BIP für veraltete Ausrüstung und Veteranenpensionen ausgeben, während ein anderes mit 1,9 Prozent ein modernes und fähiges Militär besitzt. In einem Bericht des Rand Corporation für das US-Verteidigungsministerium wurden Beiträge und Fähigkeiten der globalen Allianzen von U-Booten bis zu Satelliten untersucht und dabei umfassende Daten erhoben.
Seit dem Ende des Kalten Krieges ist der Anteil der USA an der gemeinsamen Verteidigung von 53 auf 39 Prozent gesunken. Die anderen NATO-Mitglieder trugen fast den gleichen Anteil von 38 Prozent bei, während asiatische und weitere Verbündete 23 Prozent ausmachten. Die Herausforderung besteht darin, den Verteidigungsbeitrag fair zu berechnen, unbeeinflusst von reinen Ausgaben. Neunzehn Länder tragen demnach 2023 mehr als ihren fairen Anteil.
Dabei stechen besonders Länder wie Frankreich, Großbritannien und sogar Südkorea hervor. Einige Nationen, etwa Kanada, müssen jedoch ihre Verteidigungsausgaben verdoppeln, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Überraschend war der Beitrag Spaniens, das trotz geringer Verteidigungsausgaben bedeutende wirtschaftliche Verluste durch Sanktionen gegen Russland hinnehmen musste.
Das Ziel, die zweiprozentige Ausgabenquote zu erreichen, ist ein Indikator für die politische Entschlossenheit der Verbündeten, aber in der US-amerikanischen Politik oft irreführend dargestellt. In der Realität ist die Frage, wie viel ein Verbündeter tatsächlich leistet, wichtiger als die bloße Höhe der Ausgaben.

