Neue Enthüllungen im Fall Epstein: Verbindungen zu Prinz Andrew im Fokus
In den jüngst veröffentlichten Dokumenten im Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein wirft vor allem eine Person neues Licht auf den Skandal: der ehemalige britische Prinz Andrew. Die Akten zeigen eine Korrespondenz, die nahelegt, dass Epstein im Jahr 2010 ein Abendessen für Andrew mit einer jungen Russin in London arrangiert haben könnte – nur kurz nachdem Epstein seine Haftstrafe wegen Anstiftung zur Prostitution Minderjähriger beendet hatte. In einer E-Mail, die mit Andrews offiziellem Titel unterzeichnet ist, bekundet der britische Royal seine Vorfreude auf das Treffen. Zusätzlich gibt es Hinweise auf weitere von Epstein geplante Zusammenkünfte mit bekannten Persönlichkeiten.
Die Frage, ob Andrew tatsächlich nichts von den kriminellen Aktivitäten Epsteins wusste, bleibt weiterhin offen. Bekanntlich hat Andrew stets jegliche Vorwürfe bestritten. Dennoch klagte eine der Überlebenden des Missbrauchsrings, Virginia Giuffre, gegen ihn und warf ihm vor, sie mehrfach missbraucht zu haben. Besonders im Fokus steht ein berüchtigtes Foto, das Giuffre und Andrew im Haus der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell zeigen soll.
Der Skandal hatte drastische Folgen für Andrew. Er verlor alle offiziellen königlichen Pflichten sowie viele seiner Titel und Ehren, und sogar sein Geburtsrechtstitel wurde ihm von König Charles aberkannt. Ein erneuter Hinweis in den veröffentlichten Dokumenten deutet darauf hin, dass Andrew möglicherweise als "The Invisible Man" in den Akten bezeichnet wird. Diese Bezeichnung stammt aus E-Mails, die von einem Aufenthalt auf Epsteins Privatinsel berichten – einem Vorhaben, das "A" wegen familiärer Verpflichtungen nicht wahrnehmen konnte.
Darüber hinaus belegen weitere Dokumente eine Verbindung zwischen Epstein und Andrews Ex-Frau Sarah Ferguson. In einem Austausch aus dem Jahr 2009 beschreibt eine "Sarah", mutmaßlich Ferguson, Epstein als "Legende" und verleiht ihm den liebevollen Titel eines lange gewünschten Bruders. Ferguson hatte öffentlich bekannt, von Epstein Geld angenommen zu haben und bedauerte im Nachhinein diese Verbindung.
Die Veröffentlichung von über drei Millionen Seiten an Dokumenten durch das US-Justizministerium zeigt zwar zahlreiche Personen, doch betont wird, dass eine Erwähnung in den Akten nicht automatisch auf ein Fehlverhalten hindeutet. Viele der Erwähnten haben stets eine Verstrickung in den Skandal verneint.

