Neue Chancen im Aufwind: Schwellenländer-Aktien feiern Comeback
Nach einer Dekade der Enttäuschungen senden Schwellenländer-Aktien erfreuliche Signale an die Anleger. Der MSCI Emerging Markets konnte den MSCI World erstmals seit fünf Jahren hinter sich lassen und hebt sich somit hervor. Laut Ali Masarwah von Envestor könnte dies nicht nur ein zyklisches Phänomen sein, sondern tiefergehende strukturelle Veränderungen widerspiegeln.
Für Investoren in Schwellenländern standen die letzten Jahre unter keinem guten Stern. Doch jüngst verzeichnete der MSCI Emerging Markets einen Zuwachs von knapp 18 Prozent gegenüber 7 Prozent beim MSCI World. Damit setzen sich Schwellenländer-Papiere erstmals seit langem wieder positiv in Szene, während Anleger noch vor kurzem von diesen Anlagen Abstand nahmen.
Die Frage der Anleger lautet heute nicht mehr, ob sie Schwellenländer-Aktien ins Portfolio aufnehmen sollten, sondern vielmehr, wie sie dies am besten tun können. Eine breitere Marktabdeckung bieten ETFs auf den MSCI Emerging Markets oder den MSCI EM IMI. Letzterer erweitert das Portfolio um zahlreiche Nebenwerte und bietet so einen tieferen Einblick in die Märkte von China, Taiwan, Indien und Südkorea.
Ein anderer Ansatz liegt darin, Wachstumschancen jenseits der bekannten Indizes wahrzunehmen. Unternehmen wie Kaspi, Nubank, Sea sowie Pony AI stellen nur einen Bruchteil im Standardindex dar, bieten jedoch spannende Perspektiven im digitalen und technologischen Bereich. Wer sich für aktiv verwaltete EM-Fonds entscheidet, kann von diesen Chancen profitieren, sollte aber auch das erhöhte Risiko einkalkulieren.
Am risikoarmen Ende des Spektrums stehen Konzepte, die auf stabile Geschäftsmodelle in Schwellenländern setzen. Diese defensiven Strategien ermöglichen Beteiligung am Wachstum mit reduzierten Schwankungen, auch wenn sie in Boomphasen hinter den dynamischen Fonds bleiben könnten.
Nicht nur Aktien bieten Perspektiven: Schwellenländer-Anleihen stellen eine attraktive Alternative dar. Besonders lokale Staatsanleihen glänzen mit höheren Zinsen, geringerer Verschuldung als oft angenommen und Währungschancen. Mit dem Blick auf sinkende US-Zinsen bieten sie Investoren nicht nur Zinsvorteile, sondern auch die Aussicht auf Währungsgewinne. Aktuelle geopolitische und wirtschaftliche Entwicklungen zeigen zudem, dass diese Risiken längst nicht mehr auf die Schwellenländer beschränkt sind.

