Neue Ära im Schiffsrecycling: Emden verschrottet umweltfreundlich
In der idyllischen Seehafenstadt Emden in Ostfriesland schlägt man ein neues Kapitel in der nachhaltigen Entsorgung auf: Zum ersten Mal dürfen schrottreife Seeschiffe auf deutschem Boden abgebaut und recycelt werden. Die EWD Benli Recycling GmbH, eine Tochtergesellschaft der Emder Werft und Dock GmbH (EWD), erhielt als erstes deutsches Unternehmen die offizielle Erlaubnis für das Schiffsrecycling. Die wegweisende Entscheidung wurde vom Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg im Verlauf eines Jahres getroffen und zum Ende letzten Aprils bestätigt, wie aus dem niedersächsischen Umweltministerium verlautet.
Auf dem traditionsreichen Gelände der ehemaligen Nordseewerke wird das Schiffsrecycling in Kooperation mit dem Industrieanlagen-Entsorger Relog stattfinden. Im Mittelpunkt steht der nachhaltige Rückbau von unterschiedlichen Schiffstypen, darunter Seeschiffe, Binnenschiffe, Küstenmotorschiffe, Fahrgastschiffe und Fähren. Diese neue Art des umweltfreundlichen Recyclings dient der EWD nicht nur als strategische Erweiterung ihres bisherigen Geschäftsmodells, das sich auf die Reparatur und den Umbau von Schiffen konzentriert.
Co-Geschäftsführer Björn Sommer äußerte seine Zufriedenheit über die neue Geschäftsinitiative und prognostiziert eine steigende Nachfrage in Deutschland, die durch künftige EU-Regulierungen noch weiter befeuert werden könnte. Der Großteil der Schiffsverschrottung findet bisher in Südasien statt, aber auch innerhalb der EU gibt es bereits einige Recycling-Werften.
Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer lobte die Möglichkeit des heimischen Schiffsrecyclings und kritisierte mit deutlichen Worten die bisherigen Praktiken des Verschiffens ausgedienter Schiffe nach Südostasien, wo diese unter verheerenden Bedingungen abgebaut wurden. Niedersachsen engagiert sich deshalb schon lange für die lokale Gewinnung von Rohstoffen durch nachhaltige Recycling-Verfahren.

