Neubeginn in der Wirtschaft verlangt: Wirtschaft und Krankenkassen drängen auf Reformen
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) fordert von der schwarz-roten Koalition unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz entschlossene Reformmaßnahmen zur Ankurbelung des wirtschaftlichen Wachstums. Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der DIHK, betonte die Dringlichkeit eines "Herbst des Aufbruchs" in Deutschland. Trotz des ambitionierten Starts der neuen Regierung sei nach fast vier Monaten im Amt die Zeit der Ankündigungen vorbei; nun seien konkrete und entschlossene Schritte gefragt. Melnikov äußerte, dass die deutsche Wirtschaft tiefer in einer Krise stecke, als allgemein anerkannt werde. Während erste Investitionspakete und infrastrukturelle Impulse positive Ansätze darstellen, seien diese Maßnahmen bei weitem nicht ausreichend. Besonders wichtig sei, dass die Produktivität und Wirtschaftskraft schneller steigen als die Staatsausgaben im sozialen Bereich. Steuererhöhungsdiskussionen führen ihrer Meinung nach nur zu Vertrauensverlust, statt die gewünschten Strukturreformen voranzutreiben.
Ebenso fordert der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen dringend Reformen. Verbandschef Oliver Blatt kritisierte, dass von den angekündigten Sozialstaatsreformen im Kanzleramt bislang nichts zu spüren sei. Um drohende Beitragssteigerungen zu verhindern, benötige man dringend finanzielle Unterstützung aus dem Bundeshaushalt. Ohne Reformen drohe der Zusatzbeitrag der Krankenkassen zum Jahr 2026 über die Marke von drei Prozent zu steigen.

