Netanjahu fordert „libysches Modell“ für Irans Atomprogramm
Die diplomatischen Spannungen um das iranische Atomprogramm könnten eine neue Wendung erfahren, nachdem Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einer Videoansprache in Washington Bedingungen für ein mögliches Abkommen mit dem Iran skizziert hat. Nach der Ankündigung neuer Gespräche zwischen den USA und dem Iran durch den US-Präsidenten wies Netanjahu darauf hin, dass eine Vereinbarung nur nach dem „libyschen Vorbild“ akzeptabel sei. Er bezog sich dabei auf das Vorgehen Libyens, das Anfang der 2000er Jahre sein Atomprogramm aufgab.
Netanjahu erklärte, dass iranische Atomanlagen im Rahmen eines solchen Abkommens unter US-Aufsicht demontiert und zerstört werden sollten—aussichten, die Teheran wohl kaum akzeptieren dürfte. Er machte deutlich, dass die militärische Option nicht vom Tisch sei und erwähnte, dass diesbezüglich ausführliche Diskussionen mit dem US-Präsidenten stattfanden.
Die israelische Regierung hat mehrfach die Möglichkeit einer Bombardierung iranischer Nuklearanlagen als letzte Option in Betracht gezogen. Israel äußert kontinuierlich die Sorge, dass der Iran nach Atomwaffen streben könnte, obwohl Teheran solche Ambitionen bestreitet.
US-Präsident Donald Trump, der bereits 2018 einseitig aus dem Wiener Atomabkommen ausstieg, sieht sich mit komplexen geopolitischen Herausforderungen konfrontiert, während er versucht, eine neue Übereinkunft zu erzielen. Netanjahu, der seinerzeit ein scharfer Kritiker dieses Abkommens war, verfolgt weiterhin eine harte Linie gegenüber dem Iran.

