NDR-Rundfunkrat: Kritik an „Klar“-Auftaktsendung – Änderungen umgesetzt
Der Rundfunkrat des NDR hat die Auftaktfolge des Formats „Klar“ unter die Lupe genommen und festgestellt, dass trotz einer monierten eingeschränkten Perspektivenvielfalt und starker Emotionalisierung kein Verstoß gegen geltende Staatsverträge vorliegt. Eine Mehrheit von 29 Mitgliedern sprach sich für eine entsprechende Empfehlung des Programmausschusses aus, während sich neun Enthaltungen und vier Gegenstimmen abzeichneten.
Die Diskussionen über den Auftakt der Pilotreihe „Klar“, moderiert von Julia Ruhs, hatten Beschwerden aus der Zuschauerschaft zur Grundlage. Darin wurde speziell die begrenzte Vielfalt an Perspektiven sowie die emotional aufgeladene Präsentation bemängelt. Zudem wurde kritisiert, dass zu viele Einzelthemen behandelt wurden. Auf Basis dieser Kritik und der Anmerkungen aus der Öffentlichkeit gab es Überarbeitungen am Sendekonzept. Diese Anpassungen spiegelten sich in den darauffolgenden Sendungen des Pilotprojekts wider, wo nun stärkere Gegenpositionen und eine zurückhaltendere Tonalität hervorgehoben werden, wie es in der vom Rundfunkratsvorsitzenden Nico Fickinger vorgelesenen Beschlussempfehlung heißt.
Mit der umstrittenen Auftaktsendung, die unter anderem Gewalt im Migrationskontext thematisierte, sah sich die Moderatorin Ruhs auch Kritik seitens prominenter Stimmen wie ZDF-Moderator Jan Böhmermann und der Journalistin Anja Reschke ausgesetzt. Der NDR hatte kürzlich bekannt gegeben, dass Ruhs das Format „Klar“ nicht mehr dort, sondern lediglich beim Bayerischen Rundfunk moderieren wird. Tanit Koch, ehemalige Chefredakteurin der „Bild“, wird die Moderation der „Klar“-Reihe beim NDR übernehmen.

