Nato-Koordinierungstreffen: Deutschland und Großbritannien forcieren Militärhilfen für die Ukraine
Die angespannte Lage in der Ukraine bleibt unverändert dramatisch, da trotz der Bemühungen der USA, Verhandlungen für eine Waffenruhe anzustoßen, Russland seinen Angriffskrieg entschlossen fortführt. In Brüssel haben sich heute die Verteidigungsminister aus Deutschland und anderen Nationen versammelt, um neue Militärhilfen für die Ukraine zu besprechen und zu koordinieren. Die ukrainische Führung erhebt währenddessen weitere schwere Vorwürfe gegen die russischen Streitkräfte, darunter Kriegsverbrechen wie die Erschießung von Kriegsgefangenen und anhaltender Beschuss von Städten mit zivilen Opfern.
Im Rahmen des Treffens der Ukraine-Kontaktgruppe werden Repräsentanten aus 50 Ländern erwartet. Der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow wird die Teilnehmer über die aktuelle Situation an der Front informieren und dringend benötigte Verteidigungsgüter anfordern. Es wird davon ausgegangen, dass die Ukraine ohne umfangreichere Unterstützung bereits gegen Ende des Sommers in erhebliche Schwierigkeiten geraten könnte. Geleitet wird das Treffen von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und seinem britischen Kollegen John Healey.
Im Kontext der Militärunterstützung hat Großbritannien bereits ein weiteres Paket im Wert von über 500 Millionen Euro angekündigt, welches von Norwegen mitfinanziert wird. Dieses soll unter anderem Radarsysteme, Panzerabwehrminen und hunderte tausend Drohnen umfassen. Laut dem britischen "Telegraph" wird auch diskutiert, britische Soldaten zur Ausbildung ukrainischer Truppen für fünf Jahre in die Region zu entsenden, um sie für zukünftige Konflikte vorzubereiten.
Unterdessen wird Russland erneut beschuldigt, gezielte Kriegsverbrechen zu begehen. Laut dem ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez zeigt ein Drohnenvideo, wie gefangene Ukrainer ermordet werden, ein Verbrechen, das an den Internationalen Roten Kreuz und die Vereinten Nationen gemeldet wird. Die russische Regierung hat derartige Vorwürfe indes stets zurückgewiesen und erklärt, die Gefangenen würden gemäß den internationalen Gesetzen behandelt.
Auch im politischen Bereich bleibt die Situation angespannt: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte nach einem verheerenden Raketenangriff auf Dnipro, der mindestens einen Menschen das Leben kostete, den internationalen Druck auf Moskau zu intensivieren. Er prangerte an, dass Russland seine diplomatischen Beziehungen lediglich für eigene Vorteile ausnutze und keinen Anschein mache, den Krieg beenden zu wollen.

