NATO bleibt unverzichtbar: Mark Rutte plädiert für transatlantische Verteidigungspartnerschaft

NATO-Generalsekretär Mark Rutte sieht die europäische Verteidigungsfähigkeit weiterhin stark mit den Vereinigten Staaten verbunden, auch unter der aktuellen Regierung von US-Präsident Donald Trump. In einem jüngsten Interview betonte Rutte, dass die USA von Europa erwarten, mehr in die Verteidigung zu investieren, um eine gemeinsame Sicherheit zu gewährleisten. Eine vollständige Unabhängigkeit der EU in Verteidigungsfragen sei jedoch nicht erforderlich. Vielmehr stehe ein kooperativer Ansatz mit den USA im Vordergrund, da diese fest zur NATO und Europa stehen.
Diese Aussagen Ruttes erfolgten im Kontext einer Diskussion mit Manfred Weber, dem Vorsitzenden der EVP-Fraktion, der eine stärkere militärische Autonomie der EU anstrebt. Weber hatte die Schaffung einer europäischen NATO vorgeschlagen, angesichts der verringerten Verlässlichkeit der USA. Rutte, der eine hohe Meinung von Weber hat, vertritt jedoch die Überzeugung, dass die USA eine sichere Säule der NATO bleiben, wie auch der Gipfel in Den Haag gezeigt habe, bei dem man sich auf erhöhte Verteidigungsausgaben verständigte.
Darüber hinaus hob Rutte die internationale Zusammensetzung der NATO hervor, die weit über die EU hinausgeht. Länder wie Großbritannien, Norwegen und Kanada spielen ebenfalls zentrale Rollen in der Allianz und tragen zum Großteil der Wirtschaftsleistung bei. Die EU hingegen macht lediglich ein Viertel der wirtschaftlichen Stärke innerhalb der NATO aus.
Während Weber immer wieder für mehr Eigenständigkeit in der europäischen Verteidigung plädiert, sieht Rutte die bestehende transatlantische Kooperation als entscheidend für den Erfolg der Allianz an. Er glaubt, dass die USA trotz 'America First'-Strategie nicht an ihrer Unterstützung für die NATO zweifeln lassen.

