Nachhaltigkeit im Trend: Second-Hand-Markt im Internet blüht auf
Der Online-Handel mit gebrauchten Waren erlebt in Deutschland einen signifikanten Aufschwung. Laut einer aktuellen Analyse des Handelsverbands Deutschland (HDE) erreichte der Umsatz von Second-Hand-Produkten im vergangenen Jahr beeindruckende 9,9 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese beachtliche Steigerung illustriert das wachsende Verbraucherinteresse an nachhaltigem Konsum, das sich besonders im Bereich Second-Hand-Mode und -Literatur manifestiert.
Obwohl das Wachstum des Online-Verkaufs von Neuwaren lediglich 3,8 Prozent verzeichnete, bleibt dieses Segment mit einem Umsatz von 88,8 Milliarden Euro dominierend. Dennoch signalisiert der Aufwärtstrend von Second-Hand-Artikeln eine bemerkenswerte Verdopplung des Umsatzes seit 2019, als dieser noch bei 5,7 Milliarden Euro lag. Ehemals als Nischenmarkt belächelt, erweitert sich der Second-Hand-Handel mittlerweile auch auf Elektronikgeräte, Möbel, Gartenausstattung und Spielsachen.
HDE-Experte Stephan Tromp betont die wachsende Bedeutung von Second-Hand, insbesondere bei Textilien. Die Konsumenten ziehen es zunehmend vor, ihre Ausgaben zu reduzieren und greifen daher vermehrt zu preiswerteren, gebrauchten Artikeln.
Im konventionellen E-Commerce-Sektor prognostiziert der Handelsverband zudem ein Umsatzwachstum von 4 Prozent im kommenden Jahr. Der Zuwachs wird unter anderem durch die gestiegene Nachfrage nach online bestellbaren Lebensmitteln und Drogerieartikeln angekurbelt, was eine optimistischere Zukunftsaussicht als bisher darstellt.

