Mutige Geste oder Missverständnis? Nobelpreisvergabe in der Diskussion
Ein ungewöhnlicher Akt der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado sorgt derzeit für Wirbel in der internationalen Gemeinschaft. Machado übergab kürzlich ihre Friedensnobelpreis-Medaille an den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und löste damit eine Debatte über die Symbolik und die Unantastbarkeit der Nobelpreise aus. Das norwegische Nobelinstitut reagierte prompt und bekräftigte in einer offiziellen Erklärung die Untrennbarkeit von Preis und Preisträger.
Der Friedenobelpreis wird traditionell mit einer Goldmedaille, einer Urkunde sowie einem Geldpreis verliehen. Diese Symbole bleiben in der Verantwortung des ursprünglichen Preisträgers, unabhängig davon, was später mit den physischen Gegenständen geschieht. Machado, die im letzten Jahr selbst mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, hatte Trump bereits im Vorfeld ihre Anerkennung ausgesprochen und die Überreichung der Medaille als Geste des Respekts bezeichnet.
Interessanterweise hat das Nobelinstitut eine Liste von Preisträgern veröffentlicht, die ihre Medaillen in der Vergangenheit für unterschiedliche Zwecke weitergaben. In der Liste genannt sind Personen wie der russische Journalist Dmitri Muratow, der seine Medaille zugunsten von ukrainischen Flüchtlingskindern verkaufte. Ein anderes historisches Beispiel ist der Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun, der seine Medaille an Joseph Goebbels sendete.
Diese Beispiele zeigen, dass die Weitergabe von Nobelpreismedaillen kein Novum ist – jedoch bleibt die offizielle Position klar: Die Ehrung selbst kann nicht übertragen werden.

