Lufthansa kürzt Flugplan drastisch aufgrund drohender Streiks

Die Lufthansa, Deutschlands führende Fluggesellschaft, hat ihren Flugplan für diesen Donnerstag erheblich reduziert. Der Grund: Angedrohte Streiks der Crew-Mitglieder. Zwar nannte das Unternehmen keine exakte Zahl der gestrichenen Flüge, sprach jedoch von „umfangreichen Flugstreichungen“. An Hauptflughäfen wie Frankfurt und Berlin sind nur noch einige wenige Lufthansa-Verbindungen geplant, die weiterhin bestehen bleiben sollen.
Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo haben Piloten und Kabinenpersonal zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Erwartet wird, dass die Flüge der Lufthansa und Lufthansa Cityline bundesweit betroffen sind. Erst am Freitag rechnet Lufthansa mit einer Rückkehr zum gewohnten Flugplan.
Um die Auswirkungen auf die Passagiere zu minimieren, bietet das Unternehmen Umbuchungen auf andere Airlines innerhalb und außerhalb des Konzerns an. Innerdeutsch Reisende können ihre Tickets in Bahnfahrkarten umtauschen. Passagiere werden gebeten, ihre Kontaktinformationen zu aktualisieren, um bei Flugausfällen automatisch Benachrichtigungen mit alternativen Reisemöglichkeiten zu erhalten.
Laut einem Sprecher des Frankfurter Flughafens sollten sich die Passagiere auf die zur Verfügung gestellten Informationen verlassen anstatt zum Flughafen zu kommen, in der Hoffnung auf alternative Flüge. Ursprünglich waren in Frankfurt 1074 Flugbewegungen mit rund 140.000 Fluggästen geplant, es wird jedoch erwartet, dass mehr als 200 Lufthansa-Flüge ausfallen.
Die Gewerkschaften fordern unter anderem höhere Beiträge zu Renten und Betriebsrenten. Die Kabinengewerkschaft Ufo plant ohne vorherige Urabstimmung Warnstreiks, um Verhandlungen über Tarifverträge zu erzwingen. Die Unternehmensführung kritisiert die Streiks als kostspielige Eskalation. Lufthansa sieht nur begrenzten Spielraum für die Erfüllung solcher Forderungen.
Der Vorstand betonte die Belastung durch steigende Kosten und hob hervor, dass Piloten bereits heute attraktive Vergütungen erhalten, während Ufo in Tarifverträgen für Personal der Lufthansa Classic weitere zehnprozentige Kostensteigerungen sieht. Trotz der Spannungen bleibt Lufthansa zuversichtlich, über Verhandlungen Lösungen zu finden, um auf lange Sicht die Perspektiven für Mitarbeiter zu verbessern.

