Musiker verliert 5,92 BTC durch gefälschte Ledger-App

Ein Freund des Krypto-Kommentators Scott Melker hat fast $450.000 in Bitcoin verloren, nachdem er eine gefälschte Ledger-App aus dem Apple App Store genutzt hatte. Der Musiker Garrett Dutton, bekannt als G. Love, verlor 5,92 BTC, die er seit 2017 als langfristige Absicherung angesammelt hatte.
G. Love verliert fast 6 BTC durch Betrugs-App
Melker berichtete auf sozialen Medien über den Vorfall und erklärte, dass der Diebstahl geschah, nachdem Dutton unwissentlich eine gefälschte Wallet-App heruntergeladen hatte. Diese war schwer von der echten App zu unterscheiden, da sie das gleiche Branding und eine ähnliche Benutzeroberfläche hatte. Selbst Melker konnte die beiden Apps nicht auseinanderhalten.
Dutton wurde aufgefordert, seine 24-Wort-Wiederherstellungsphrase einzugeben, nachdem er die App installiert hatte. Diese wurde dann laut Melker von den Kriminellen erfasst, die daraufhin die Wallet nachbildeten und die BTC des Musikers stahlen.
Der On-Chain-Ermittler ZachXBT verfolgte die gestohlenen Kryptowährungen und stellte fest, dass sie über KuCoin gewaschen und auf neun verschiedene Adressen verteilt wurden. Die Börse markierte die Transaktionen und beauftragte ihr AML-Team, die Gelder zu verfolgen und die von ZachXBT identifizierten Konten vorübergehend für sieben Tage einzufrieren.
Lehren aus dem Verlust
Melker beschrieb den Vorfall als verheerend, aber als wichtiges Beispiel, aus dem andere lernen können. Er erklärte, dass der erste Fehler darin bestand, die App herunterzuladen, ohne sie über offizielle Quellen zu verifizieren. Nutzer sollten sich angewöhnen, Krypto-Apps über Unternehmenswebsites oder verifizierte Kanäle zu bestätigen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit Wiederherstellungsphrasen. Diese sollten nur direkt in ein Hardwaregerät eingegeben oder offline gespeichert werden, da die Eingabe auf einem Telefon, Computer, einer App oder Website das Risiko birgt, dass Dritte Zugriff erhalten, falls die Umgebung kompromittiert wird.
Zusätzlich sollten Nutzer stets die volle Verantwortung übernehmen, wenn sie eine selbstverwaltete Wallet nutzen, da der Zugang in solchen Fällen nicht durch Wiederherstellungssysteme geschützt ist.
Melker betonte, dass Hardware-Wallets zwar als sicher gelten, die Umgebung, in der sie genutzt werden, jedoch ihre Sicherheit beeinträchtigen könnte.
„Wenn es etwas gibt, das man daraus lernen kann, dann ist es, alles zu verlangsamen und zu verifizieren“, sagte er. „Behandle jede Interaktion mit deinen Schlüsseln, als wäre sie unumkehrbar – denn das ist sie.“
Dies ist nicht das erste Mal, dass Kriminelle versuchen, Krypto von Ledger-Nutzern zu stehlen. Anfang des Jahres führte ein Datenleck bei einem E-Commerce-Partner des Wallet-Herstellers dazu, dass Informationen von Kunden offengelegt wurden, die Angreifer nutzten, um Phishing-E-Mails zu versenden, in denen eine angebliche Fusion zwischen Ledger und Trezor behauptet wurde.

