Todesfall

Modemacher Giorgio Armani mit 91 Jahren gestorben

04. September 2025, 19:22 Uhr · Quelle: dpa
Der italienische Modedesigner Giorgio Armani ist im Alter von 91 Jahren verstorben und wurde als Gigant der Mode gefeiert. Seine Innovationen in Schnitten und Farben prägen bis heute die Branche.

Mailand (dpa) - Der italienische Modemacher Giorgio Armani ist tot. Der Besitzer des gleichnamigen Milliardenkonzerns starb im Alter von 91 Jahren, wie das Modehaus in den sozialen Medien mitteilte. Er habe bis zu seinen letzten Tagen gearbeitet und sei nun im Kreise seiner Liebsten gestorben, hieß es. Armani zählte zu den einflussreichsten Modeschöpfern der Welt.

Bekannt wurde er durch Herrenmode in minimalistischen Schnitten mit gedeckten Farben. Längst gehört sein Name auch zu den Klassikern der Damenmode. Armani ließ Hollywood-Stars in edlen Einzelkreationen glänzen, verkaufte in seinen Geschäften aber auch Parfüm und Jeans in großen Serien.

Abschied von einem «Giganten»

Die Modedesignerin Donatella Versace bekundete ihre Trauer über den Tod von Armani. «Die Welt hat heute einen Giganten verloren. Er hat Geschichte geschrieben und wird für immer in Erinnerung bleiben», schrieb sie bei Instagram. Valentino Garavani, der hinter der Marke Valentino steht, schrieb auch bei Instagram, er habe Armani «immer als Freund und niemals als Rivalen betrachtet». «Ich kann mich nur vor seinem immensen Talent verneigen.»

Ex-Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour sagte der italienischen Zeitung «Corriere della Sera»: «Die Persönlichkeit und Vision von Giorgio Armani waren so klar, dass man seine Arbeit sofort erkannte, wo auch immer man sie fand.» Armani habe die Macht, sich selbst auszudrücken, und die Eleganz besser verstanden als jeder andere in der Modebranche, so die Britin weiter.

Aus der Politik meldete sich Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu Wort: «Mit seiner Eleganz, seiner Bescheidenheit und seiner Kreativität hat er der italienischen Mode zu Ruhm verholfen und die ganze Welt inspiriert.»

Trauerzeremonie in privater Form

Der Sarg mit dem Leichnam von Armani soll nach Angaben seines Modehauses ab Samstag in Mailand aufgebahrt werden. Auf Armanis Wunsch wird die Trauerzeremonie in privater Form stattfinden. Der Bürgermeister von Mailand, Giuseppe Sala, kündigte für Montag einen Trauertag in der Stadt an.

Immer mit Sitz in Mailand 

Armani kam am 11. Juli 1934 in Piacenza in der Region Emilia-Romagna im Norden Italiens zur Welt. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Familie nach Mailand, wo sich bis heute die Konzernzentrale befindet. Nach dem Abitur begann er ein Medizinstudium, das er nach zwei Jahren abbrach.

Die ersten Schritte in der Welt der Mode machte er in den 60er Jahren als Schaufensterdekorateur und Einkäufer für die italienische Kaufhauskette La Rinascente. Die ersten eigenen Entwürfe lieferte er im Unternehmen von Italiens Altmeister Nino Cerruti (1930-2022). Einen Hochschulabschluss oder eine andere fertige Ausbildung hatte er in seinem Metier nicht.

Armani machte Anzüge lockerer - und erlaubt T-Shirt

In den 80er Jahren machte sich Armani einen Namen als der Mann, der das Herrenjackett neu erfand. Er nahm den Anzugstoffen ihre Steifheit, machte alles weicher, fließender, lässiger. Eine zweite Armani-Revolution war, dass bei ihm das T-Shirt auch zum Anzug getragen werden durfte.

Armani kleidete zahlreiche Hollywood-Stars ein: Richard Gere in «American Gigolo» (deutscher Titel: «Ein Mann für gewisse Stunden»), Kevin Costner («Die Unbestechlichen»), Tom Cruise («Mission Impossible») und Leonardo DiCaprio («Wolf of Wall Street»). Auch Oscar-Auftritte von Nicole Kidman oder Cate Blanchett in Armani sind vielen in Erinnerung.

Seit 1985 allein als Konzernchef

Ein wichtiger Baustein für den Erfolg lag in der Partnerschaft mit seinem italienischen Landsmann Sergio Galeotti. Beide gründeten 1975 zusammen den Konzern Giorgio Armani SpA. Galeotti kümmert sich bis zu seinem frühen Tod 1985 um die finanziellen Belange. Seit dem Tod seines Partners hatte Armani die Zügel des Fashion-Imperiums allein in der Hand.

Mit einem geschätzten Vermögen von mehr als elf Milliarden Euro schaffte er es auf die «Forbes»-Liste der reichsten Menschen der Welt. An die Börse ging er mit seinem Konzern nie. Auch alle Übernahmeangebote lehnte er ab. Rund um den Globus gehören zum Armani-Konzern heute 8.700 Beschäftigte, mehr als 2.000 Geschäfte, oft in besten Lagen, und ein Dutzend Fabriken.

Noch im Juli Comeback angekündigt

Aus Gesundheitsgründen hatte Armani im Juni und Juli erstmals nicht an den großen Schauen in Mailand und Paris teilnehmen können. An seinem 91. Geburtstag am 11. Juli bedankte sich der Italiener mit einer großen Zeitungsanzeige in mehreren italienischen Zeitungen für all die guten Wünsche und Nachrichten. Zugleich kündigte er für September sein Comeback an. Er schloss damals mit den Worten: «Vielen Dank. Wir sehen uns im September.» 

Dazu kam es jetzt aber nicht mehr. Vergangenes Wochenende erschien in einer Beilage der «Financial Times» noch ein Porträt mit Armanis möglicherweise letzten Interview, in dem er auf fünf Jahrzehnte im Geschäft zurückblickte.

Mode / Leute / Italien
04.09.2025 · 19:22 Uhr
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