Mit leichter Hand: Fed-Gouverneur Miran spricht für niedrigere Leitzinsen
Fed-Gouverneur Stephen Miran hat seine Unterstützung für deutlich niedrigere Zinssätze zum Ausdruck gebracht und positioniert sich damit nahe bei der Haltung des Weißen Hauses, das eine lockerere Geldpolitik anstrebt. In seiner ersten bedeutenden Rede beim Economic Club of New York sprach sich Miran für einen Leitzins zwischen 2% und 2,5% aus. Dies ist deutlich unter den aktuellen 4% bis 4,25%, die die Zentralbank letzte Woche im Rahmen der ersten Zinssenkung während der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump festgelegt hat.
Miran warnte, dass eine zu strikte Zinspolitik unnötige Arbeitsplatzverluste und eine höhere Arbeitslosigkeit riskieren könnte. Miran prognostizierte zudem ein wirtschaftliches Wachstum, das ab dem kommenden Jahr an Fahrt gewinnen soll, sobald die steuerlichen Vorteile eines kürzlich verabschiedeten Megagesetzes sich auf Familien und Unternehmen auswirken. Er erwartet eine bessere wirtschaftliche Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte und darüber hinaus.
Angesprochen auf seine Reformvorschläge für die Zentralbank, die er für die Denkfabrik Manhattan Institute entworfen hatte, verteidigte Miran seine Entscheidung, nur vorübergehend unbezahlt beurlaubt zu sein. Eine langfristige Position im Weißen Haus sehe er nicht, solange ihm kein Grund dafür bekannt sei.
Miran relativierte auch Präsident Trumps Bestreben, die Federal Reserve umzugestalten und sie zu einer Zinssenkung zu drängen. Trump hatte zuletzt den Wunsch geäußert, eine Mehrheit im Fed Board zu gewinnen, die niedrigere Finanzierungskosten befürwortet. Miran betonte die Bedeutung vielfältiger Meinungen in der Geldpolitik und hob hervor, dass er seine eigene, unabhängige Sichtweise formen werde.
Die Mehrheit der Entscheider bei der Fed rechnet derzeit mit drei Zinssenkungen im nächsten Jahr. Angesichts der durch Trumps Zölle entstandenen Herausforderungen zeigt der Arbeitsmarkt bereits erste Schwächen, die Unternehmen verunsichern und Entscheidungen zu Expansionen oder Neueinstellungen erschweren.

