Mindestlohn: Deutschland hebt die Lohnuntergrenze an
In einem einstimmigen Beschluss hat die Mindestlohnkommission eine stufenweise Anhebung des Mindestlohns in Deutschland auf 14,60 Euro bis Januar 2027 verabschiedet. Zunächst erfolgt im kommenden Jahr eine Erhöhung auf 13,90 Euro, wie die Kommission in Berlin bekannt gab.
Christiane Schönefeld, die Vorsitzende der Kommission, bezeichnete das Resultat als tragfähigen Kompromiss. Dieser Vorschlag sorgte für intensive Diskussionen, insbesondere wegen der Forderung der SPD nach einem Mindestlohn von 15 Euro. Gewerkschafter Stefan Körzell berichtete von 'harten Verhandlungen', während der Arbeitgebervertreter Steffen Kampeter den politischen Druck auf die Kommission kritisierte.
Hintergrund der Entscheidung ist die Sorge, einerseits Arbeitnehmer ausreichend zu schützen und gleichzeitig die wirtschaftlichen Konsequenzen einer Erhöhung abzuwägen. Der Mindestlohn, der seit seiner Einführung 2015 ein politischer Diskussionspunkt ist, spiegelt den Medianlohn wider, um Armut zu verhindern.
2025 steht Deutschland möglicherweise vor einem dritten Rezessionsjahr in Folge, weshalb Befüchtungen bestehen, dass eine umfassende Erhöhung erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft haben könnte. Rund 15,5 Prozent der Deutschen gelten derzeit als armutsgefährdet, wobei der Schwellenwert laut EU-Definition individuell für 2024 bei 1.378 Euro Monatsnettoeinkommen liegt.

