Milliardenschwere Investition in Deutschlands Energienetze
Die Verteilnetzbetreiber Deutschlands stehen vor einer Investitionswelle, um die Stromnetze des Landes für die Zukunft zu rüsten und den wachsenden Energiebedarf zu decken. Nach aktuellem Informationsstand der Bundesnetzagentur werden bis zu 110 Milliarden Euro bis 2033 für die Expansion der Verteilnetze ausgegeben. Diese Summe fließt in Projekte zur Steigerung der Transportkapazität, die entweder bereits in Angriff genommen wurden oder für die kommenden Jahre geplant sind.
Die Investitionen beschränken sich nicht auf die Erweiterung der bestehenden Netze. Zusätzlich werden bis 2045 weitere 90 Milliarden Euro in den Ausbau gesteckt. Hinzu kommen Kosten im Wert von rund 30 Milliarden Euro bis 2045, die für den Ersatz existierender Leitungen vorgesehen sind. Die Netzentgelte, die Verbraucher zahlen, integrieren die Kosten für diese Netzerweiterungen nur partiell und strecken diese über einen längeren Zeitrahmen.
Im Detail erstreckt sich das deutsche Verteilnetz auf etwa zwei Millionen Kilometer und unterscheidet sich damit vom Übertragungsnetz, das über 36.000 Kilometer an Höchstspannungsleitungen umfasst. Angesichts einer kalkulierten Gesamtsumme von rund 320 Milliarden Euro für den Ausbau des Übertragungsnetzes bis 2045 sind die geplanten Maßnahmen für das Verteilnetz ein wesentlicher Baustein für den effizienten Energietransport, speziell bei Windstrom.
Angestoßen durch eine Gesetzesanpassung des Energiewirtschaftsgesetzes sind die Netzbetreiber verpflichtet, ihre Baupläne der Regulierungsbehörde vorzulegen. Die Auswertung dieser Pläne basiert auf den Daten der 82 größten Betreiber, die zusammen 100 Prozent der Hochspannung und etwa 80 Prozent der Mittel- und Niederspannungsebenen versorgen. Als größter Akteur auf dem Markt firmiert Eon mit beinahe 700.000 Kilometern betriebener Stromleitungen in Deutschland, eines von insgesamt 866 Verteilnetzunternehmen.
Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass nun die Möglichkeit für Netznutzer besteht, auf der Online-Plattform der Netzbetreiber eine Stellungnahme zu den Expansionsplänen abzugeben. Nach eingehender Auswertung dieser Daten wird die Behörde über den bundesweiten Baubedarf informieren. Die nächste Frist für die Einreichung der Baupläne durch die Unternehmen ist für das Jahr 2026 festgesetzt. (eulerpool-AFX)

