Milliardeninitiative zum Schutz tropischer Wälder: Lula da Silva setzt starkes Zeichen
Brasiliens Präsident, Luiz Inácio Lula da Silva, hat im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP30 in Belém eine richtungsweisende Initiative zum Erhalt tropischer Wälder angekündigt. Mit einer geplanten Investition von einer Milliarde Dollar wird Brasilien das erste Land sein, das einen neuen Fonds zum Schutz dieser lebenswichtigen Ökosysteme unterstützt. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen einer Rede bei den Vereinten Nationen in New York. Der Fonds, bekannt als "Tropenwälder für immer" (TFFF), zielt darauf ab, den Erhalt von Regenwäldern wirtschaftlich attraktiver zu gestalten als deren Abholzung.
Lula betont, dass es dabei nicht nur um den Schutz eines bestimmten Bioms geht, sondern um den Erhalt allen Lebens auf der Erde. Der TFFF wird voraussichtlich 700 Milliarden Reais am internationalen Kapitalmarkt zu günstigen Konditionen aufnehmen, um die Erträge an Länder mit bedeutenden Waldflächen weiterzugeben. Seit der COP28 in Dubai 2023 hat Brasilien diesen Fonds in Zusammenarbeit mit anderen Ländern wie Kolumbien, Ghana, der Demokratischen Republik Kongo, Indonesien und Malaysia vorangetrieben.
Deutschland und andere Staaten könnten als Investoren nachziehen. Die Umweltorganisation WWF bezeichnete die Initiative als "Paradigmenwechsel" und eine Chance, um den gefährlichen Kurswechsel in der globalen Entwaldung zu korrigieren. 2024 waren bereits erschreckende 6,7 Millionen Hektar Primärwald verloren gegangen. Zahlreiche Umweltorganisationen, darunter Germanwatch sowie die Stiftungen Plant-for-the-Planet und OroVerde, begrüßten den Schritt, betonten jedoch die Notwendigkeit von Verbesserungen.
Julia Grimm von Germanwatch plädierte für strenge Kriterien bei Investitionen sowie hohe ökologische Standards und betonte die zentrale Rolle indigener Gemeinschaften.

