Milliarden für den Wiederaufbau: Europas Engagement für die Ukraine
Die Ukraine kann mit verstärkter Unterstützung aus dem Westen rechnen, um das kriegsgebeutelte Land wiederaufzubauen. Eine in Rom abgehaltene internationale Konferenz legte den Grundstein für einen neuen europäischen Fonds zur Behebung von Kriegsschäden, an dem sich auch die Privatwirtschaft beteiligen soll. Vorrangig soll in die Instandsetzung und den Neubau von Energieinfrastruktur sowie in Industriebetriebe und digitale Rechenzentren investiert werden.
Im vierten Jahr des Konflikts gegen Russland bleibt eine Lösung in weiter Ferne. Der neu geschaffene Fonds beläuft sich laut Berliner Angaben zunächst auf eine Milliarde Euro. Insgesamt wurden laut offiziellen Angaben über die letzten vier Konferenzen bereits mehr als 16 Milliarden Euro mobilisiert. Die Weltbank schätzt jedoch die Gesamtkosten für den Wiederaufbau auf über 500 Milliarden Euro.
Ein zweitägiges Treffen in Rom vereinte Vertreter aus etwa 60 Ländern, internationalen Organisationen und der Privatwirtschaft. Am Donnerstag wird zusätzlich eine Videoschalte der militärischen "Koalition der Willigen", unter der Führung Frankreichs und Großbritanniens, erwartet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj setzt auf eine Wiederaufbau-Koalition nach dem Vorbild des Marshall-Plans, um dringend benötigte Investitionen zu sichern. Gleichzeitig prangerte er Russlands Präsidenten Wladimir Putin wegen dessen Kriegstaktik an.
Der Bundeskanzler Friedrich Merz versicherte der Ukraine weitere, unerschütterliche Unterstützung seitens Deutschlands. Gleichzeitig forderte er den US-Präsidenten Donald Trump auf, solidarisch an Europas Seite zu verweilen. Trumps wiederholte Zweifel an der US-Unterstützung für die Ukraine werfen Fragen auf, wenngleich er zuletzt Putin kritisierte.
Details der geplanten Videoschalte beinhalten Diskussionen über die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung. Trump hat Konto zugesagt, Anfragen aus Kiew zu prüfen, die das zusätzliche Flugabwehrsystem Patriot betreffen. Eine Option ist, dass Deutschland zwei dieser Systeme von den USA erwirbt und an die Ukraine liefert.
Die Europäische Union plant unterdessen ein weiteres Sanktionspaket, das 18. bereits, um Russland weiter unter Druck zu setzen. Papst Leo XIV. hatte bei einem Treffen mit Selenskyj angeboten, Friedensgespräche im Vatikan zu hosten. Doch erscheint eine zeitnahe Einigung in weiter Ferne.
Berichten zufolge starteten russische Streitkräfte in der Nacht erneute Angriffe auf die Ukraine unter dem Einsatz von etwa 400 Drohnen und Raketen, vor allem auf die Hauptstadtregion Kiew. In Belgorod, Russland, beklagten die Behörden den Tod einer Frau durch ukrainischen Beschuss. Solche Angriffe geschehen als Teil der ukrainischen Verteidigungsstrategie, die jedoch im Ausmaß nicht mit den Folgen des russischen Angriffskriegs vergleichbar sind.

