Mietwucher in Deutschland: App der Linken sorgt für Aufsehen
In Deutschlands Großstädten regt sich Widerstand gegen überhöhte Mieten. Mehrere tausend Haushalte meldeten sich bei den Behörden, nachdem sie über die "Mietwucherapp" der Partei Die Linke ihre Mieten auf Wucher untersuchten.
Nach Angaben der Partei liegen die betroffenen Mieten im Durchschnitt 59 Prozent über dem örtlichen Mietspiegel. Diese Differenz beläuft sich auf monatliche Mehrkosten von durchschnittlich 242 Euro pro Haushalt, was pro Jahr eine Summe von fast 15 Millionen Euro ausmacht.
Die "Mietwucherapp" wurde von der Linken Mitte November im Bundestag eingeführt und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Bereits 135.000 Nutzer haben ihre Mietdaten verglichen, wobei die App in neun deutschen Großstädten erhältlich ist.
Die Einführung in den Städten Bochum, Bonn, Köln und Münster erweitert an diesem Montag das bisherige Angebot in Nordrhein-Westfalen. Sobald eine überhöhte Miete erkannt wird, besteht die Möglichkeit, diese an die zuständigen Behörden weiterzuleiten.
Einige Nutzer scheuen jedoch diesen Schritt aus Angst vor möglichen Konflikten mit ihren Vermietern. Mieterhöhungen können gemäß Wirtschaftsstrafgesetz strafrechtlich relevant sein, wenn sie 20 Prozent über den üblichen Vergleichswerten liegen.
Solche Praxis kann unter bestimmten Voraussetzungen als Straftat eingestuft werden, sobald eine Überschreitung von 50 Prozent erreicht wird. Dies kommentiert Caren Lay, Wohnungspolitikerin der Linken, mit dem Hinweis, dass Mieter deutschlandweit monatlich Millionen Euro zu viel bezahlen.
Den Verweis auf die Stadt Frankfurt am Main, wo seit 2020 über 1.000 Fälle gemeldet und 330.000 Euro zurückerstattet wurden, unterstreicht den Handlungsbedarf. Die Linke im Bundestag setzt sich für eine leichtere Anwendung des §5 im Wirtschaftsstrafgesetz ein, um das Zulasten der Mieter erschwerte Verfahren zur Ahndung von Mietwucher weiter zu vereinfachen.

