Micron nutzt KI-Boom für Rekordzahlen im Geschäftsjahr 2025
Micron Technology hat das Geschäftsjahr 2025 mit bemerkenswerten Ergebnissen abgeschlossen und profitierte kräftig vom anhaltenden Boom im KI-Bereich, der dem Unternehmen Rekordumsätze und gestiegene Gewinne bescherte. Der in Idaho ansässige Chip-Hersteller verzeichnete Einnahmen in Höhe von 11,3 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 22% im Vergleich zum vorherigen Quartal und satte 46% im Vergleich zum Vorjahr. Der bereinigte Gewinn pro Aktie stieg auf 3,03 Dollar, gegenüber 1,91 Dollar im Vorquartal und deutlich über den 1,18 Dollar im Vorjahr. Ein wesentlicher Wachstumstreiber war erneut die hohe Nachfrage nach KI-Technologien.
Mehr als die Hälfte der Verkäufe im Geschäftsjahr 2025 entfielen auf das Datencenter-Geschäft, wobei die Umsätze mit Hochgeschwindigkeitsspeichern (HBM) fast verdoppelt wurden und fast 2 Milliarden Dollar erreichten. CEO Sanjay Mehrotra bezeichnete das Jahr als „rekordverdächtig“ und verwies auf die Marktführerschaft des Unternehmens bei HBM und DRAM sowie die Einführung der nächsten Generation von HBM4-Produkten.
Für das gesamte Geschäftsjahr erzielte Micron einen Umsatz von 37,4 Milliarden Dollar, ein Anstieg von fast 50% im Vergleich zu 2024. Der Nettogewinn (non-GAAP) vervielfachte sich auf 9,5 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 41%, bedingt durch höhere Preise und eine begrenztere Angebotssituation in der Branche.
Micron generierte 17,5 Milliarden Dollar an operativem Cashflow, was dem Unternehmen Spielraum für umfangreiche Investitionen in neue Standorte in Idaho, Japan und New York verschafft, teilweise unterstützt durch staatliche Fördermittel in Höhe von rund 6 Milliarden Dollar aus dem U.S. CHIPS Act.
Mit Blick auf die Zukunft prognostiziert Micron für das erste Quartal 2026 Umsätze in Höhe von 12,5 Milliarden Dollar, wobei die Bruttomarge erstmals seit Jahren die Marke von 50% überschreiten soll. Der bereinigte Gewinn pro Aktie wird voraussichtlich etwa 3,75 Dollar betragen. Diese ehrgeizigen Ziele spiegeln die zunehmende Bedeutung von KI-Infrastruktur für das Unternehmen wider.
Dennoch zeigte sich die Wall Street wenig beeindruckt, denn die Aktien von Micron fielen um 1% im vorbörslichen Handel, obwohl alle großen Indizes im Plus eröffneten. Möglicherweise ist dies ein Beispiel für das Gesetz der abnehmenden Erträge: Je mehr ein Unternehmen leistet, desto größer sind die Erwartungen des Marktes. Zudem ist der Weg von Micron nicht ohne Risiken, da die Chipindustrie von Natur aus zyklisch ist.
Managementvertreter wiesen darauf hin, dass Zölle oder Änderungen in globalen Lieferketten Herausforderungen darstellen könnten. Derzeit allerdings profitiert Micron von der KI-getriebenen Nachfrage nach Servern und DRAM-Preisen. Als einziger US-amerikanischer Speicherhersteller ist Micron in einer einzigartigen Position, um von der bevorstehenden KI-Möglichkeit zu profitieren, sagte CEO Mehrotra. Doch die Zukunft bleibt ungewiss.

